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8 Fragen an: Thierry Carrel

Herzchirurg Thierry Carrel, 1960 in Freiburg geboren, lebt mit seiner Ehefrau und SRF-Moderatorin Sabine Dahinden in Bern. Er ist Direktor der Uniklinik für Herz- und Gefässchirurgie des Inselspitals.

Was lieben Sie an Ihrem Beruf?

Die Herzchirurgie ist ein dankbarer Fachbereich der Medizin. Viele Menschen, die wir operieren, erfreuen sich danach einer besseren Lebensqualität, einer gesteigerten Leistungsfähigkeit und nicht zuletzt einer deutlich verlängerten Lebenserwartung.

Herzchirurgie ist für mich die optimale Kombination von manuellen Fähigkeiten und höchster Konzentration, Verwendung von modernsten Technologien und trotzdem steht der Mensch als Patient oder als Arzt im Mittelpunkt.
 

Welchen Tipp würden Sie jemandem geben, der ganz am Anfang seiner Herzchirurg Karriere steht?

Voller Einsatz, sich für das Fach begeistern lassen, Geduld und Ausdauer beweisen und, trotz komplexer Technologie, menschlich bleiben: unsere Patienten brauchen zwar hervorragende technische Resultate, aber vor allem auch Ärzte, mit denen sie sprechen können, aber auch ihre Ängste und Sorgen mitteilen dürfen.
 

Was sind bei einer Herzoperation die wichtigsten Erfolgsfaktoren?

Alle Abklärungen, die eine Gesamtschau über den zu behandelnden Fall erlauben, ein verständliches Aufklärungsgespräch, eine ausführliche Vorbereitung inklusiv Plan B oder C, und schliesslich eine präzise und schnelle Umsetzung.


Wie organisieren Sie Ihren Alltag, damit Sie alles unter einen Hut bringen können?

Ich habe das Glück, effizient und sehr speditiv arbeiten zu können. Ich darf aber auch jederzeit auf eine grosse und loyale Unterstützung meines kompetenten Teams zählen. Wir integrieren unsere jungen Nachwuchsleute sehr eng und auch früh in den Betrieb, was wiederum ihr Verantwortungsbewusstsein stärkt.


Wie tanken Sie in der Freizeit Energie?

Ich habe zum Glück Batterien, die sehr schnell wieder aufgeladen sind (!). Ich kann mit Musik und auf dem Rennvelo sehr gut auftanken.  


Verraten Sie uns einer Ihrer Lieblingsplätze in Bern?

Ich spaziere sehr gerne an der Aare und häufig auch durch die Stadtgärtnerei in der Elfenau. Zum Kaffee sitze ich sehr gerne mit meiner Familie unter den Bäumen bei der Steinhalle, im Park des Historischen Museums.


Welche Musik hören Sie im Moment am liebsten?

Ich übe gegenwärtig für einen Auftritt mit einem symphonischen Orchester in der Tonhalle Anfang Juli: ich muss also die Musik von Rimsky-Korsakoff, Grieg und Carl Nielsen einstudieren. Meine präferierten Komponisten bleiben aber immer noch Bruckner, Mahler und Arvo Pärt.


Wofür sind Sie Ihren Eltern besonders dankbar?

Durch die grosse Unterstützung, die ich von ihnen erhielt, durfte ich damals meinen Traumberuf verwirklichen, obwohl wir in bescheidenen Verhältnissen lebten.