
Licht für die Zukunft
Die Kornhausbrücke gehört zu den bekanntesten Wahrzeichen
der Stadt Bern. Seit über 125 Jahren verbindet sie die Altstadt mit
dem Breitenrainquartier, überspannt in eleganten Bögen die Aare
und bietet einen einmaligen Blick auf die Altstadt, das Münster
und die Alpenkette. Sie ist nicht nur Verkehrsachse, sondern auch
Treffpunkt, Flaniermeile und ein Ort, an dem sich Stadtgeschichte
und Gegenwart begegnen.
In den vergangenen Monaten wurde die Kornhausbrücke umfassend saniert; nun sind die Bauarbeiten grösstenteils abgeschlossen. Auch die öffentliche Beleuchtung zeigt sich in neuem Licht. Sie sorgt nicht nur für Sicherheit im Strassenraum, sondern trägt ganz wesentlich zur Atmosphäre des städtischen Lebens bei. Moderne Leuchten können Energie sparen, die Sicht verbessern und die Architektur der Brücke stilvoll in Szene setzen, ohne dabei unnötig viel Licht in den Himmel abzugeben. In diesem Teilprojekt übernahm ewb eine Schlüsselrolle. Gemeinsam mit der Stadt entwickelte das Projektteam ein Beleuchtungskonzept, das Technik, Sicherheit und Nachhaltigkeit miteinander verbindet.
Im Interview erzählt Projektleiter Philipp Zürcher, welche Herausforderungen bei der Planung und Umsetzung zu meistern waren und vom besonderen Moment, als die Brücke erstmals im neuen Licht erstrahlte.
Welche technischen Neuerungen kommen bei der
Beleuchtung zum Einsatz?
Energie Wasser Bern investiert jährlich rund 40–60 Millionen Franken in die Instandhaltung. Bei ewb sind rund 350 Mitarbeitende mit der Instandhaltung der Infrastruktur beschäftigt. Das heisst, knapp die Hälfte der Mitarbeitenden ist also tagtäglich auf dem Stadtgebiet im Einsatz, damit die Energie- und Wasserversorgung einwandfrei sichergestellt ist.
Wie wird die neue Beleuchtung zur Sicherheit von
Fussgänger:innen und Velofahrer:innen beitragen?
Grundsätzlich ist der jährliche Unterhaltsbedarf recht konstant, solange die Netze sich nicht gross verändern und immer genügend Instandhaltung gemacht wurde. Insbesondere im Bereich der Stromversorgung aber auch bei den Wasserleitungen haben wir zum Teil aber noch sehr alte Anlagen. Wir haben Wasser- und Stromleitungen, die weit vor den 1920er-Jahren gebaut wurden, also viel älter sind als wir sie normalerweise nutzen (ca. 60–80 Jahre). Hinzu kommen aktuell auch viele neue Anforderungen an die Netze (Solarausbau und Wärmepumpen) sowie der Fernwärmeausbau.
Welche konkreten Massnahmen sorgen dafür, dass die neue Beleuchtung ressourcenschonend ist?
Wir setzten auf Wiederverwendung statt auf Neubeschaffung. Die historischen Leuchtengehäuse und auch die Kandelaber konnten nach einer sorgfältigen Sanierung bestehen bleiben. Fragen an Philipp Zürcher, Projektleiter öffentliche Beleuchtung bei ewb (rechts im Bild) Das sparte Material, Ressourcen und Kosten. Zusätzlich lassen sich die neuen LED-Einsätze dimmen. Das bedeutet: In den verkehrsarmen Zeiten reduzieren wir die Lichtstärke stufenweise. Dadurch sinken Stromverbrauch und Lichtverschmutzung deutlich – ein Plus sowohl für die Umwelt als auch für die Anwohner:innen.
Wie gelingt es, die historische Architektur der Kornhausbrücke mit moderner Beleuchtung in Szene zu setzen, ohne den Charakter zu verfälschen?
Indem wir die Originalleuchten erhielten. Auf Fotos und aus der Distanz sieht die Brücke aus wie bisher, das war uns sehr wichtig. Der Unterschied liegt im Detail: Die Technik im Innern ist modern, effizient und nachhaltig. So verbinden wir Tradition mit zeitgemässer Beleuchtungstechnologie.



