
Steinerschule Bern
Auf dem Gelände der Steinerschule Bern wurde ein bestehender, stark verlandeter Amphibienteich umfassend erneuert und ökologisch aufgewertet. Der ursprüngliche Weiher, der vor rund 25 Jahren angelegt worden war, hatte sich über die Jahre verändert: Weitgehend verschlammt verlor er zunehmend seine Funktion als Lebensraum für Amphibien.
Schulleiter Dirk Dietz erklärt den Auslöser der Erneuerung: «Die Folie des bestehenden Teichs war nach vielen Jahren undicht. Eine Sanierung war deshalb unabdingbar.» Der Zeitpunkt habe gut gepasst: «Wir konnten die notwendige Erneuerung mit einer ökologischen Aufwertung verbinden und daraus ein gemeinsames Projekt entstehen lassen.»
Durch die Umgestaltung der rund 140 Quadratmeter entstand ein vielfältiger Wasserlebensraum mit Tief- und Flachwasserzonen, der gezielt auf die Bedürfnisse heimischer Amphibienarten wie Erdkröte, Grasfrosch und Bergmolch ausgerichtet ist. Der neue Teich kann künftig auch als sogenanntes Trittsteinbiotop dienen und so zur Verbindung angrenzender Lebensräume beitragen.
Der Rückbau des alten Teichs gestaltete sich aufwändiger als erwartet. Die stark versumpfte Fläche musste sorgfältig freigelegt werden, teilweise zeigte sich eine bis zu 1,5 Meter starke Auflandung. Prägend war dabei die Rettung der dort lebenden Kleintiere. Dietz beschreibt: «Die Schülerinnen und Schüler waren von Anfang an aktiv beteiligt.» Gemeinsam habe man Steinmauern zurückgebaut, Pflanzen umgesiedelt und das alte Biotop trockengelegt. «Dabei wurden unzählige Tiere entdeckt und sorgfältig in neue Lebensräume überführt. Besonders eindrücklich war die ‘Evakuation’ von hunderten Molchen.»
Auch nach dem Rückbau wirkten die Schülerinnen und Schüler intensiv mit. Sie gestalteten das Umfeld neu, setzten Randsteine, schufen Nischen, pflanzten Sträucher und unterstützten Stadtgrün Bern beim Einsetzen der Wasserpflanzen. «Mich hat beeindruckt, mit wie viel Interesse, Sorgfalt und Verantwortungsbewusstsein die Kinder bei der Sache waren. Sie konnten unmittelbar erleben, dass Naturschutz nicht nur ein Unterrichtsthema ist, sondern ganz konkret vor der eigenen Haustür beginnt.» betont Dietz.

Heute ist der Amphibienteich ein beliebter Teil des Schulareals. Viele Schülerinnen und Schüler verbringen ihre Pausen in der Nähe, beobachten Tiere und verfolgen die Entwicklung des Lebensraums. Nebst der ökologischen Aufwertung und Förderung der Biodiversität wurden auch wertvolle Voraussetzungen für natur- und umweltpädagogische Angebote geschaffen. «Der Teich ist bereits wieder zu einem lebendigen Ort auf dem Schulgelände geworden», so Dietz. Lernen werde dadurch konkret und greifbar.
Das Projekt zeigt eindrücklich, wie Schulräume zu lebendigen Lern- und Lebensräumen weiterentwickelt werden können, mit einem direkten Mehrwert für Natur, Bildung und Umweltbewusstsein.
Die Sanierung wurde finanziell durch den Ökofonds naturemade Energie Wasser Bern unterstützt. Solche Partnerschaften seien zentral für die Umsetzung, erklärt der Schulleiter. Sein persönliches Fazit: «Für mich verbindet dieses Projekt vieles, was Schule ausmacht: gemeinsames Handeln, Lernen an realen Aufgaben und Verantwortung für die Umwelt. Besonders schön finde ich, dass hier ein Ort entstanden ist, der nicht nur ökologisch wertvoll ist, sondern auch von den Kindern als lebendiger Teil ihres Schulalltags wahrgenommen wird. Zu erleben, wie aus einer notwendigen Sanierung ein gemeinschaftliches Projekt wurde, das Menschen und Natur gleichermassen zugutekommt, freut mich sehr. Von solchen Orten und Projekten darf es gerne mehr geben.»

