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Fernwärme - die Zentralheizung für Bern

Die Stadt Bern hat sich ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: Bis 2035 soll ihre Wärmeversorgung zu 70 Prozent auf erneuerbaren Energien basieren. Fernwärme spielt eine wichtige Rolle, um diese Vorgabe zu erreichen. Deshalb will Energie Wasser Bern ihren Anteil in den kommenden Jahren schrittweise erhöhen.

Die Fernwärme von Energie Wasser Bern entsteht in der Energiezentrale Forsthaus, die sich aus der Kehrichtverwertungsanlage (KVA), einem Holzheizkraftwerk und einem Gas-und-Dampf-Kombikraftwerk zusammensetzt. Alle drei Anlageteile produzieren Fernwärme, am meisten die KVA. Rund um deren Feuerraum herum verlaufen Wasserleitungen. Die heissen Abgase, die beim Verbrennen des regionalen Kehrichts entstehen, erhitzen das Wasser in den Leitungen zu 400 °C warmem Dampf. Dieser wiederum erzeugt Fernwärme in Form von heissem Wasser. Über das mehr als 40 Kilometer lange Netz aus speziell isolierten Fernwärmeleitungen fliesst dieses Wasser zu den Kundinnen und Kunden. In den angeschlossenen Gebäuden befinden sich Wärmetauscher, die die Wärme – ähnlich wie ein Tauchsieder – aufnehmen und auf die Heizsysteme der Häuser übertragen. Dabei kühlt das Wasser im Fernwärmenetz ab und fliesst anschliessend zurück in die Energiezentrale, wo es erneut erhitzt wird. So schliesst sich der Kreislauf.

Die Fernwärme von ewb verursacht 75 Prozent weniger CO2-Emissionen als Heizen mit Öl.

Klimafreundliche Energie

Die Fernwärme aus der Energiezentrale Forsthaus schont das Klima. Denn sie besteht aus durchschnittlich knapp 75 Prozent erneuerbarer Energie: Kehricht liefert fast die Hälfte der Energie für die Fernwärme und gilt in der Ökobilanzbetrachtung als CO2-neutrale Energiequelle. Das Holz macht fast 30 Prozent im Brennstoffmix aus und gilt ebenfalls als CO2-neutral. Lediglich die 25 Prozent Energie, die das Erdgas beisteuert, sind nicht erneuerbar. Kundinnen und Kunden, die noch mehr fürs Klima tun wollen, können seit 2017 anstelle des Standardprodukts ewb.NATUR.Fernwärme auch das 100 Prozent CO2-neutrale Produkt ewb.ÖKO.Fernwärme bestellen. Diese Fernwärme stammt ausschliesslich aus Kehricht und Holz.
 

Die Wärmeproduktion steigern

Damit die Energiezentrale Forsthaus die in Kehricht, Holz und Erdgas enthaltene Energie möglichst gut ausschöpft und noch mehr Fernwärme liefert, setzt Energie Wasser Bern immer wieder technische Verbesserungen um. Drei Beispiele dafür: Erstens optimierte Energie Wasser Bern beim Holzheizkraftwerk die Luftzufuhr und erhöhte die Leistung auf diese simple Weise um 15 Prozent. Weil die Anlage seither mehr Holz verbrennen kann, entsteht auch mehr Fernwärme. Zweitens installierte der städtische Energieversorger beim Holzheizkraftwerk eine zusätzliche Dampfleitung, was die Fernwärmeproduktion ebenfalls steigerte. Drittens will Energie Wasser Bern beim Kamin künftig zusätzliche Wärme aus den Rauchgasen gewinnen. Solche – oftmals von Mitarbeitenden vorgeschlagenen – Verbesserungsmassnahmen sorgen nicht nur für eine höhere Energieproduktion. Energie Wasser Bern gelingt es damit auch, die Energiezentrale Forsthaus immer flexibler zu betreiben und auf den jeweiligen Energiebedarf abzustimmen.