Tag Cloud
Jetzt berechnen
Versorgungsgebiet
Zurück

Die Infrastruktur für eine klimaschonende Mobilität

Bis 2050 will die Schweiz ihre CO2-Emissionen auf netto null senken. Gleichzeitig erwarten die Experten des Bundes, dass der motorisierte Individualverkehr weiter zunimmt. Ein echtes Dilemma! Die Lösung sind klimaschonende Alternativen zu Benzin und Diesel wie erneuerbarer Strom und CNG. Die dafür nötige Infrastruktur wird in Bern stetig ausgebaut.

Ladestationen in Einfamilienhäusern

Wer ein Einfamilienhaus besitzt, lädt sein Elektroauto in der Regel zu Hause. Eine Ladelösung ist meist schnell erstellt. Es genügt, vom Elektriker eine Industriesteckdose oder noch besser eine Heimladestation – eine sogenannten Wallbox – montieren zu lassen. Diese wird auf die Hausinstallation und das Elektroauto abgestimmt. Normale Haushaltssteckdosen hingegen sind ungeeignet, da sie nicht für hohe Dauerlasten ausgelegt sind. Bei einem Einfamilienhaus mit Photovoltaikanlage lohnt es sich, in eine intelligente Wallbox zu investieren. Sie sorgt dafür, dass das Elektroauto wenn immer möglich selbst produzierten Solarstrom lädt.

Ladestationen in Mehrparteienhäusern

Nur die wenigsten Einstellhallen von Mehrparteienhäusern sind schon für die Elektromobilität vorbereitet. In der Regel werden Ladepunkte erst zum Thema, wenn die erste Bewohnerin oder der erste Bewohner ein Elektroauto kauft. Einzellösungen empfehlen sich dabei nicht. Sonst kann es passieren, dass der Hausanschluss ab dem vierten oder fünften Elektroauto an seine Grenzen stösst. Stattdessen realisiert die Hausverwaltung besser von Anfang an ein zukunftsfähiges skalierbares System. Energie Wasser Bern empfiehlt, die Einstellhalle mit einer Grundinstallation zu erschliessen. Sobald diese besteht, lässt sich bei jedem Parkplatz bei Bedarf leicht eine Ladestation montieren. Das Lastmanagementsystem bei einer solchen Lösung teilt den zur Verfügung stehenden Strom optimal auf die ladenden Elektroautos auf. Dadurch verhindert es gleichzeitig, dass der Hausanschluss überlastet wird. Ein weiterer Vorteil: Alle Nutzerinnen und Nutzer bezahlen verursachergerecht genau die Menge Strom, die ihr Fahrzeug

Zum Angebot: Ladestationen für Elektroautos

Ladestationen an zentralen Orten

Ob in Parkhäusern, bei Einkaufszentren oder bei Freizeiteinrichtungen: An vielen zentralen Orten stehen Elektroautos oft stundenlang – eine ideale Gelegenheit, um sie zu laden. Energie Wasser Bern hat bereits an rund 15 attraktiven Standorten in der Stadt Bern Ladestationen realisiert, die meisten davon in öffentlich zugänglichen Parkhäusern. Wer sein Elektroauto in Bern laden möchte, findet heute also immer einen freien Ladepunkt. Im Hinblick auf die zu erwartende Zunahme an Elektroautos baut Energie Wasser Bern das Ladenetz weiter aus.

Schnellladestationen

Für Langstrecken mit dem Elektroauto sind Schnellladestationen unerlässlich. Sie ermöglichen, in kurzer Zeit viel Strom für die Weiterreise zu «tanken». Energie Wasser Bern hat in der Stadt Bern bereits vier solche Schnellladestationen realisiert. Die neuste davon ist sogar eine Ultra-Schnellladestation. Sie befindet sich bei der Energiezentrale Forsthaus – also bewusst nahe beim Autobahnanschluss Bern-Forsthaus. In nur zehn Minuten können Elektroautos hier genügend Energie für bis zu 150 Kilometer Reichweite laden. Schnellladestationen eignen sich aber nicht nur für Durchreisende. Sie sind auch für Personen aus der Region praktisch, die ein Elektroauto besitzen, aber über keine eigene Lademöglichkeit verfügen.

Ladestationen in der blauen Zone

Immer mehr Leute steigen auf ein Elektroauto um. Doch nicht alle von ihnen verfügen über einen eigenen Parkplatz, bei dem sie eine Ladestation installieren können. Um dem Rechnung zu tragen, führt Energie Wasser Bern derzeit ein Pilotprojekt mit öffentlichen Ladestationen in der blauen Zone durch. Es soll den Bedarf, die Nutzung und die allgemeine Akzeptanz öffentlicher Ladepunkte in der blauen Zone aufzeigen. An der Hallerstrasse 56 im Länggassquartier und an der Schwabstrasse 70 in Bümpliz steht seit Frühling 2019 je eine Ladestation für zwei Elektroautos bereit. Die erlaubte Parkdauer entspricht derjenigen der blauen Zone, die Anwohnerparkkarte ist nach wie vor gültig.

Ladestationen in Strassenleuchten

Es klingt buchstäblich einleuchtend: Die Elektroinstallation von Strassenleuchten lässt sich auch gleich zum Laden von Elektroautos nutzen. Das spart Kosten und ermöglicht tiefere Ladepreise. Diese clevere Idee hat das Start-up Ubitricity bereits in mehreren europäischen Städten verwirklicht und bei Strassenlampen öffentliche Ladepunkte geschaffen. Ob sich das Laternenladen auch für die Stadt Bern eignet, will Energie Wasser Bern gemeinsam mit der MOVE Mobility AG herausfinden. Voraussichtlich ab Ende Jahr führen die beiden Unternehmen an zwei Standorten ein Pilotprojekt durch. Damit sprechen sie in erster Linie Anwohnende mit Elektroautos an, die über eine Anwohnerparkkarte für das entsprechende Quartier verfügen.

CNG-Tankstellen

Elektrofahrzeuge sind eine gute Alternative zu Benzin- und Dieselautos, aber nicht die einzige. Auch CNG-Autos funktionieren deutlich klimaschonender. CNG steht für Compressed Natural Gas und besteht hauptsächlich aus dem Kohlenwasserstoff Methan (CH4). Dieses Methan wird in der Schweiz zunehmend erneuerbar: 2019 war dem CNG an den Schweizer Zapfsäulen durchschnittlich fast ein Viertel Biogas beigemischt. Wer sein CNG-Auto mit 100 Prozent Biogas betankt, ist sogar nahezu klimaneutral unterwegs. In der Schweiz werden für die Biogas-Produktion keine Nutzpflanzen verwendet, sondern ausschliesslich natürliche Abfallstoffe wie Klärschlamm und Grüngut. Tanken lässt sich CNG in der Schweiz an über 150 öffentlichen Tankstellen. 14 davon betreibt Energie Wasser Bern.

Tankstellen für Nutzfahrzeuge

Um die CO2-Emissionen im Verkehr zu senken, braucht es auch beim Gütertransport klimaschonendere Technologien. Eine besonders alltagstaugliche Lösung sind komprimiertes Erdgas und Biogas (CNG) für mittlere Distanzen bis 500 Kilometer und verflüssigtes Erdgas und Biogas (LNG) für Langstrecken von über 1'000 Kilometern. Mit dem in der Schweiz erhältlichen Mix aus Erdgas und Biogas kommen LKWs also ähnlich weit wie mit Diesel, stossen dabei aber 15 Prozent weniger CO2 aus. Mit CNG oder LNG aus 100 Prozent Biogas beträgt die CO2-Reduktion sogar bis zu 85 Prozent. Weil die Trucks aber eine grössere Durchflussmenge benötigen, nutzen sie Zapfsäulen mit einem anderen Tankstutzen als Personenwagen. Energie Wasser Bern hat in der Stadt Bern bereits fünf solche CNG-Tankstellen für LKWs und Busse erstellt - Eine davon bei der Energiezentrale Forsthaus, direkt am Autobahnanschluss Bern-Forsthaus. Bis 2025 soll entlang der europäischen Hauptverkehrsachsen zudem alle 400 Kilometer eine LNG-Tankstelle stehen. In der Schweiz wurden 2019 die ersten zwei realisiert.

Zum Angebot: Erdgas-/Biogas als Treibstoff