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Eigentümer setzen auf Fernwärme

Mit der Nutzung von Fernwärme unterstützen die Eigentümer der Liegenschaft Gesellschaftsstrasse 11, 13 und 17 in der Länggasse die Energiestrategie der Stadt Bern – Fernwärme wird künftig eine tragende Rolle in der nachhaltigen Wärmeversorgung einnehmen.

«Wichtig ist, dass wir keine fossilen Brennstoffe mehr verbrauchen und so einen Beitrag zum Klimaschutz leisten.»

Andrea Iff, Miteigentümerin.

Warum haben Sie sich für Fernwärme entschieden?

Einerseits ist unser Haus denkmalgeschützt und so für eine vollständige energetische Sanierung beschränkt geeignet. Andererseits mussten wir die Ölheizung ersetzen. Uns war klar, dass wir keine fossilen Brennstoffe mehr wollten, und so ist Fernwärme für uns am besten. Das zunehmend heisse Wetter im Sommer und das veränderte Klima zeigen uns, dass dies die richtige Entscheidung ist.

Wie hat Sie Energie Wasser Bern bei der Entscheidfindung unterstützt?

Vor einigen Jahren konnten wir unsere Liegenschaft noch nicht ans Hochtemperaturnetz anschliessen. Als wir im 2020 mit Energie Wasser Bern erneut das Gespräch gesucht hatten, wurden wir in jeder Phase des Projekts hervorragend betreut: Bei der ersten Absprache mit den Nachbarn, bei der Planung, beim Bau und bei der rechtlichen Regelung mit den Nachbarn.

Welche Voraussetzungen mussten Sie erfüllen, um die Liegenschaft ans Fernwärmenetz anzuschliessen?

Der Anschluss unseres Hauses war einfach: Zuleitung erstellen, alte Heizung raus, Umformer rein, bestehende Leitungen anschliessen. Die neue Anlage brauchte zwar etwas mehr Platz, aber das nahmen wir gerne in Kauf. Durch den Zusammenschluss von uns drei Nachbarn mussten wir die Heizungen untereinander verbinden. Diese technische Herausforderung konnten wir sogar ohne grosse Grabarbeiten lösen. Die Details unserer Fernwärmegemeinschaft haben wir in einer Nutzungs-und Verwaltungsordnung geregelt.

Was musste beim Einbau der Fernwärmeanlage beachtet werden?

Wichtig war, dass wir uns mit dem Heizungsunternehmer immer gut abgesprochen hatten. Trotz der guten Planung mussten wir einige Einschränkungen in Kauf nehmen, wie beispielsweise Grabarbeiten im Garten oder Installationsarbeiten im Keller. Da wir gleichzeitig weitere Sanierungsarbeiten durchführen mussten, fiel das aber nicht ins Gewicht.

Wie ist die Installation Ihrer Fernwärmeanlage verlaufen?

Von der Hauptleitung in der Strasse vor dem Haus wurden die Rohre durch einen neuen Graben im Garten ins Haus geführt, weiter zum Umformer in den Waschkeller und dann zu den Nachbarn.

Künftig brauchen Sie keinen Kaminfeger, keine Feuerungskontrolle, keinen Brennerservice und keine Tankrevision mehr – was bedeutet das für Sie?

Zuerst einmal bedeutet das natürlich viel weniger Aufwand. Den stillgelegten Kamin konnten wir zudem für die Leitungen der PV-Anlage verwenden. Wichtig ist, dass wir keine fossilen Brennstoffe mehr verbrauchen und so einen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Einzig die Administration der Fernwärmegemeinschaft gibt etwas mehr zu tun. Aber das ist es uns wert.

Wie ist die Akzeptanz bei den Nachbarn?

Einige Nachbarn waren am Anfang sehr interessiert, haben sich dann aber anders entschieden: Wer vor einiger Zeit eine neue Heizung installieren liess, wollte diese nicht gleich ersetzen. Schliesslich konnten wir eine zusätzliche Partei gewinnen. Und im Verlauf des Projekts wurde noch eine weitere Besitzerin auf unsere Lösung aufmerksam. So konnten wir nun einige Kosten aufteilen.

Würden Sie Fernwärme weiterempfehlen?

Absolut. Wir sind sehr froh, dass wir kein Öl mehr verbrennen. Und ich bin überzeugt, dass es sinnvoll ist, wenn mehrere Häuser eine gemeinsame Heizung betreiben. Mit unserer kleinen Fernwärmegemeinschaft haben wir hier eine optimale Lösung gefunden.

Standort: Gesellschaftsstrasse 11, 13 und 17, 3012 Bern
Lieferart: Hochtemperatur – Fernwärme
Jahresverbrauch: 100’000 kWh
Leistung: 50 kW

Die Liegenschaft befindet sich in der Länggasse. Das Quartier besteht aus teilweise zusammengebauten denkmalgeschützten Einfamilienhäusern. Ursprünglich wurden alle Liegenschaften in der Strasse mit einer Ölheizung ausgestattet. Als diese in der Gesellschaftsstrasse 13 ersetzt werden musste, haben die Vorteile für den Anschluss an das Fernwärmenetz für einige Eigentümer überwogen.