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Quartier Weissenstein-Neumatt

Das Projekt mehrerer Bauträgerschaften produziert dank Wärmeverbundanlage wirtschaftlich Energie mit einem Anteil von 50% aus erneuerbarer Quelle.

Im Gebiet Weissenstein-Neumatt ist ein neues Quartier entstanden, das von verschiedenen Bauträgerschaften geplant und realisiert wurde. Es besteht mehrheitlich aus Wohnbauten. Die Minimalvorgabe für die Energieversorgung war, dass Erdgas ab dem Erdgasnetz von Energie Wasser Bern verwendet wird. Der Einsatz von erneuerbaren Energieträgern wird aber aus der Sicht der städtischen Energiepolitik klar favorisiert – und wurde mit dem Wärmebund jetzt umgesetzt.

Aus ökologischen Überlegungen und um die heute gültigen Vorgaben der Energiestrategie der Stadt Bern optimal zu erfüllen, formulierten zwei Bauträgerschaften zusammen mit Energie Wasser Bern bereits in einem frühen Planungsstadium die Idee einer Wärmeverbundanlage und der Wärmenutzung von Grundwasser. In Zusammenarbeit mit den Ingenieurbüros Luco Ingenieure AG und Kellerhals + Haefeli AG entstand eine erste Projektidee. Darauf wurden die nächsten Planungsschritte vorbereitet und weitere potentielle Wärmebezüger akquiriert.

 

Das Projekt

Am östlichen Ende des Baufeldes der Bauträgerschaft Brünnen-Eichholz wurde eine unterirdische Quartierheizzentrale errichtet. Als Betreiberin des Nahwärmeverbundes zeichnete sich Energie Wasser Bern verantwortlich für das technische Installationskonzept, die termingerechte Umsetzung und die vertraglich geregelte Wärmelieferung. Die Quartierheizzentrale wurde mit einer Wärmepumpenanlage mit 2 Kondensatorkreisläufen zur Wärmenutzung aus dem Grundwasser sowie drei gasbefeuerten kondensierenden Heizkesseln ausgerüstet. Neben den üblichen Installationen wie Energiespeicher, Expansionsanlage, Elektroinstallationen und Schaltschrankanlage innerhalb der Quartierheizzentrale, wurden auch die Fernwärmeleitungen und die Grundwasserbrunnen (für Entnahme und Rückgabe) erstellt. Aus wirtschaftlichen Überlegungen wurden die Rohrleitungen, soweit technisch möglich, in den Einstellhallen geführt.

Die installierte Wärmeleistung beträgt rund 2800 kW, wobei die thermische Leistung der Wärmepumpen bei rund 1000 kW liegt. Das Konzept der Installation sieht vor, dass der Ausbau der Heizzentrale schrittweise nach den vorgesehenen Wärmebezugsterminen erfolgt. Die Schnittstelle zu den Wärmebezügern bildet jeweils der Gebäudeeintritt der Fernwärmeanschlüsse auf die Unterstationen. Die Wärmemessung pro Unterstation wird durch Energie Wasser Bern geliefert. Diese Vorgehensweise stellt sicher, dass nicht unnötig finanzielle Mittel gebunden werden. Zugleich ermöglicht sie eine schnelle und richtige Reaktion auf die Terminsituation, welche zu Beginn der Realisierungsphase des Wärmeverbundes bei einigen Baufeldern noch weitgehend unbekannt war.

Das positive Umfeld

Energie Wasser Bern machte es möglich, dass die unterschiedlichen Vorstellungen der Bauherrschaften bezüglich Energieversorgung koordiniert werden können. Mit der Umsetzung der Wärmeverbundanlage wurde zudem die Voraussetzung geschaffen, Wärmeenergie mit einem Anteil von 50% aus erneuerbarer Quelle wirtschaftlich zu produzieren. Für die Bauträgerschaften wirkt sich das, zusammen mit der Tatsache, dass ein professionell organisierter Energieversorger die Betriebsführung sicherstellt, positiv auf die Vermiet- und Verkaufbarkeit der Objekte aus. Dass einer solchen Gemeinschaftslösung der Vorrang gegeben wurde – statt einer möglichen Variante mit Einzelheizzentralen pro Gebäude – ist nicht zuletzt dem Engagement von ewb als souveräner Contractor zu verdanken. Ob für terminliche und technische Vorstellungen, das Einholen von Förderbeiträgen, die Abklärung von Rechtsfragen, die Übernahme des unternehmerischen Risikos bei der Finanzierung und der Betriebsführung nach Fertigstellung.

Fakten und Daten

Art des Contractings: Energiecontracting Wärmeverbund
Laufzeit: 20 Jahre
Charakteristik der Anlage (Art, Grösse):

  • Wärmeverbund mit zentraler Wärmeerzeugung für Raumheizung und Wassererwärmung
  • Wärmeversorgung für ca. 54’000 bis 66’000 m² Bruttogeschossfläche
  • Wärmeversorgung für mehr als 25 Unterstationen
  • Installierte Leistung 2’800 kW
  • Mutmasslicher Nutzenergiebedarf 3’400’000 kWh/a
  • Energieträger Grundwasser (33%), Strom (17%), Erdgas (50%)
  • Investitionskosten: 2’500’000.00