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Dreispitzareal Wiesland Köniz

Die Wohnsiedlung deckt dank eines intelligenten und nachhaltigen Gesamtkonzepts mehr als 60% ihres Bedarfs mit erneuerbarer Energie ab.

Lange Zeit war das auf Könizer Boden liegende Dreispitzareal Wiesland für Versuche der Eidg. Forschungsanstalt Liebefeld reserviert. Nun wurde es mit einer Wohnsiedlung und einer grösszügig gestalteten Parkanlage umgenutzt. Durch das Engagement von Energie Wasser Bern und die Gesprächs- und Handlungsbereitschaft von Bund, Gemeinde und Bauherrschaft konnte für die im Minergie-Standard gebaute Wohnsiedlung ein Wärmeversorgungskonzept realisiert werden, das den Wärmebedarf zu über 60% mit erneuerbarer Energie abdeckt und die bestehende Infrastrukturen nutzt und sinnvoll ergänzt.

Eine gesamtheitliche Betrachtung der Planungszone Dreispitz sowie der näheren Umgebung und die Berücksichtigung einer anstehenden Gasleitungsumlegung führte zu einem Lösungsvorschlag auf der Basis einer Wärmepumpenanlage mit Grundwassernutzung. Für die Spitzenlastabdeckung der Quartierwärmeversorgung wurde auf die bestehende gasbefeuerte Mehrkesselanlage der Eidgenössischen Forschungsanstalt im Liebefeld bei Bern abgestellt.

Neue Technologien aus den Fachbereichen der rationellen und nachhaltigen Energieanwendung konnten so ökologisch optimal und wirtschaftlich interessant umgesetzt werden. Zudem konnte eine bestehende Infrastruktur – vorhandene Erschliessung mit Erdgas, bestehende und ausbaufähige Heizzentrale, Kaminsituation – zweckdienlich in das Gesamtenergiekonzept integriert werden.

Das Projekt

Die bestehende Heizungsanlage der Eidg. Forschungsanstalt im Liebefeld bei Bern war mit zwei Heizkesseln für den Zweistofffeuerungsbetrieb Erdgas / Heizöl ausgerüstet. Die Beurteilung vor Ort zeigte, dass sie grosszügig bemessen ist und Platz für zusätzliche Installationen und Apparate bietet. Das Bundesamt für Bauten und Logistik (BBL) signalisierte auf Anfrage, dass die aktive Nutzung von Grundwasser zur Energiegewinnung ein Thema sein könne. Insbesondere für das Abführen von Überschusswärme aus den geplanten Klimaanlagen wäre Grundwasser ein interessantes Medium. In der Folge konnte die Projektidee konkretisiert und die Grundwasserprospektion sowie ein Pumpversuch durchgeführt werden. Dabei zeigte sich, dass die hohen Kosten zur Nutzbarmachung des Grundwassers erst bei einem gemeinsamen Vorgehen wirtschaftlich interessant würden. Vor dieser Ausgangssituation konnte mit dem BBL eine Vereinbarung mit dem Inhalt abgeschlossen werden, dass

  • ...die Wärmeversorgung der Wohnüberbauung Dreispitz für Raumheizung und Warmwasseraufbereitung ab der Eidg. Forschungsanstalt erfolgen soll.
  • ...die Kosten zur Erstellung der Bauwerke zur Grundwasserentnahme und -wiedergabe durch beide Parteien getragen werden.
  • ...der Spitzenwärmebedarf der Wohnüberbauung ab der bestehenden Mehrkesselanlage bezogen werden soll.

Mit der Realisierung der Wohnüberbauung wurde im Jahre 2006 begonnen. Auf den Zeitpunkt der ersten Wärmelieferung, Herbst 2007, konnte die Basiserschliessung in Form einer erdverlegten Fernwärmeleitung umgesetzt werden. Innerhalb der Eidg. Forschungsanstalt wurden parallel dazu die Erschliessungsarbeiten zur Grundwassernutzung in die Hand genommen und die erste Kältemaschine/Wärmepumpe installiert. Die Betriebsaufnahme der Wärmeproduktion und die Lieferung der notwendigen Wärmeenergie für Raumheizung und Warmwasseraufbereitung in der ersten Etappe der Wohnüberbauung Dreispitz, konnte problemlos vollzogen werden. Für die Wärmeversorgung der zweiten Bauetappe der Wohnüberbauung Dreispitz wurde eine weitere, von Energie Wasser Bern finanzierte Wärmepumpe eingebaut und hydraulisch in die Wärmeversorgungsanlage des Gesamtsystems eingebunden.

Die grösste Herausforderung in diesem Projekt war die korrekte vertragliche Abbildung der verschiedenen Begebenheiten. Insbesondere der Vertrag mit der Eidgenossenschaft forderte die Juristen, als Folge der vielschichtigen Investitions-, Raumnutzungs- und Energiebezugssituation.

Investition BBL:
Wärme- und Kälteversorgunganlage in der Heizzentrale BBL, Baukörper Unterstation ewb in der EH

Investition ewb:
Wärmepumpe in Unterstation ewb für Wärmversorgung Dreispitz Etappe 2, Wärmeverteilung ab Unterstation ewb bis zum Gebäudeeintritt der 15 Wohnhäuser der Wohnüberbauung Dreispitz.

Betreiberverantwortung BBL:
Wärme- und Kälteversorgunganlage in der Heizzentrale BBL.

Betreiberverantwortung ewb:
Wärmepumpe und Wärmeverteilung in Unterstation. Wärmelieferung für die 15 Wohnhäuser der Siedlung Dreispitz.

Fakten und Daten

Art des Contractings: Energiecontracting Wärmeverbund
Laufzeit: 20 Jahre
Charakteristik der Anlage (Art, Grösse):

  • Wärmeverbund mit zentraler Wärmeerzeugung für Raumheizung und Wassererwärmung
  • Wärmeversorgung für 34’000 m² Bruttogeschossfläche
  • Wärmeversorgung für 15 Unterstationen
  • Installierte Leistung 1‘100 kW
  • Mutmasslicher Nutzenergiebedarf

 Niedertemperatur: 1‘020‘000 kWh
 Hochtemperatur: 680‘000 kWh

  • Investitionskosten: CHF 1’430’000.00