31.05.2011
Seit drei Monaten bietet die Baustelle für die Energiezentrale Forsthaus ein neues Bild: Der Stahlbau für die zukünftige Kehrichtverwertungsanlage, das Holzheizkraftwerk und das Gas- und Dampf-Kombikraftwerk werden erstellt. Die schweizweit einmalige Anlage dient Energie Wasser Bern in Zukunft nicht nur zur lokalen und besonders effizienten Energieproduktion. Sie ermöglicht auch den geplanten Ausstieg aus der Atomenergie.
Knapp zwei Jahre nach Baubeginn konnte die Baustelle der Energiezentrale Forsthaus im Frühling für die Schwermontage der Verfahrenstechnik freigegeben werden. Bereits wurden erste Anlagenteile eingebaut, so etwa der 230 Tonnen schwere Kessel des Holzheizkraftwerks. Bis Mitte 2012 werden diese Arbeiten andauern und gleichzeitig bis zu 700 Arbeitskräfte auf der Baustelle beschäftigen. Anschliessend beginnt die stufenweise Inbetriebsetzung der Anlage.
Die Energiezentrale Forsthaus kombiniert als erste Anlage der Schweiz die Kehrichtverwertungsanlage (KVA) mit einem Holzheizkraftwerk (HHKW) und einem Gas- und Dampf-Kombikraftwerk (GuD). In der KVA wird Abfall in einer Rostfeuerung verbrannt. Im Holzheizkraftwerk wird in einer Wirbelschichtfeuerung Frisch- und unbelastetes Altholz verbrannt. Die dabei entstehende Wärme gibt Energie Wasser Bern entweder in Form von Prozessdampf und Fernwärme direkt an die Kunden ab oder veredelt sie in zwei Dampfturbinen zu Strom.
Um den Bedarf an Fernwärme auch im Winter abzudecken, wird ein hocheffizientes GuD eingesetzt. Es produziert nicht nur die benötigte Wärme, sondern gleichzeitig auch Strom. Dadurch kann der Wirkungsgrad der Gesamtanlage nochmals entscheidend erhöht werden und die Energiezentrale Forsthaus liefert etwa einen Drittel des in Bern benötigten Stroms. Dank diesem Zusammenspiel lässt sich die gesamte Anlage flexibel betreiben. Je nach Jahreszeit und Nachfrage der Kundinnen und Kunden kann Energie Wasser Bern aus Kehricht, Holz und Erdgas mehr Fernwärme oder mehr Strom produzieren.
Dank der zusätzlichen lokalen Stromproduktion kann Energie Wasser Bern künftig auf Atomstrom vom Kernkraftwerk Fessenheim verzichten. Zudem ist der CO2-Ausstoss der Energiezentrale Forsthaus 57‘000 Tonnen pro Jahr weniger gross, als wenn Energie Wasser Bern die gleiche Menge Strom vom europäischen Strommix aus dem Ausland beziehen müsste.
In der Energiezentrale Forsthaus werden modernste Verfahren zur Abgasbehandlung eingesetzt. Bei der KVA entstaubt zunächst ein Elektrofilter die Abgase, bevor ein Katalysator die Stickoxide eliminiert. Anschliessend scheidet ein mehrstufiger Rauchgaswäscher Säuren und Schwermetalle ab. Letzte Verunreinigungen von Staub, Dioxinen und Schwermetallen beseitigt ein Gewebefilter. Im Holzheizkraftwerk (HHKW) erfolgt die Abscheidung von Staub und weiteren Schadstoffen ebenfalls in einer Abgasbehandlung. Weitere hochtechnologische Verfahren reinigen das entstehende Abwasser und die anfallenden Reststoffe. Damit ermöglichen sie die Rückgewinnung von Eisen- und Nicht-Eisen-Metallen. Die verbleibenden Rückstände lassen sich in gängigen Deponien in der Nähe ablagern. Dank all diesen Verfahren hält die Energiezentrale Forsthaus die strengen Umweltauflagen problemlos ein und sorgt für eine nachhaltige Kehrichtverwertung und Energieproduktion.






