Tiefengeothermie:EnergieausdemErdinnern
ResultatederGrundlagenstudiestimmenzuversichtlich

26.01.2011

Energie Wasser Bern liess eine Grundlagenstudie erstellen, welche die Mög­lichkeit eines tiefengeothermischen Kraftwerks in der Region Bern prüft. Geo­thermie könnte Fernwärme und die notwendige Ersatzkapazität für die Atom­energie liefern, aus der das Unternehmen bis 2039 aussteigen wird. Die Studie zeigte, dass die Nutzung von Geothermie in der Region Bern in 15 bis 20 Jahren grundsätzlich möglich ist. Bis dahin sind jedoch noch zahlreiche Entwicklungs­schritte und Abklärungen notwendig.

VielversprechendeTechnologie

Energie Wasser Bern will eine nachhaltige und langfristig auch eine CO2-arme Ener­gieproduktion. Das gleiche Ziel verfolgen die Stadt Bern als Eigentümerin sowie das Berner Stimmvolk, das am 28. November 2010 mit 61 Prozent dem Atomaus­stieg 2039 zustimmte. Neben der Produktion von Energie oder Wärme aus Wind-, Sonnen- und Wasserkraft sowie Biomasse setzt Energie Wasser Bern auch auf weitere inno­vative Ansätze, um dieses strategische Ziel zu erreichen. Vielversprechend ist, um die notwendige Kapazität an Strom und Wärme zu gewinnen, die Tiefengeothermie.  

ChancenundRisiken

Geothermie nutzt mit der Erdwärme eine einheimische Ressource und erzeugt daraus CO2-arme Bandenergie. Der Flächenbedarf ist gering, die Transportwege kurz. Geo­thermie erzeugt keinen Abfall oder Reststoffe und ist von Rohstofflieferungen unab­hängig. Restrisiken sind, nicht auf die geeigneten Bedingungen in der Tiefe zu stos­sen sowie die geringe Wahrscheinlichkeit,  dass durch die Bohrungen Erdbewegun­gen oder gar kleine Erschütterungen ausgelöst werden könnten. Die Weiterent­wicklung der Technologie, Vorabuntersuchungen und die Erkundung des Berner Untergrunds so­wie genaue Beobachtungen werden diese Risiken minimieren.

GeologischeVerhältnisseimRaumBernscheinengeeignet

Die geologischen Verhältnisse in der Region Bern rechtfertigen weiterführende Unter­suchungen zur Erkundung geothermischer Ressourcen, wie die Grundlagenstudie ergeben hat. Da Energie Wasser Bern die Speisung des Fernwärmenetzes sowie die Stromproduktion beabsichtigt, empfiehlt sich die Fokussierung auf „Stimulierte geo­thermische Systeme“ (Erklärung siehe Kasten). Bis zum möglichen Bau eines geo­thermischen Kraftwerks wird mit einem Zeithorizont von 15 bis 20 Jahren gerechnet. Empfohlen wird zudem die Kooperation mit anderen Energieversorgungsunternehmen zur Optimierung der Organisation und der Erfolgschancen sowie zur Minimierung der Risiken. Diese Empfehlung wurde mit der Gründung der Geo-Energie Suisse AG (2. November 2010), einem Kompetenzzentrum der Tiefengeothermie, bereits umgesetzt.

WiefunktionierteinTiefengeothermischesKraftwerk?

99 Prozent der Erde sind wärmer als 1000°C. Tiefengeothermische Kraft­wer­ke nutzen diese Wärme für die Stromproduktion oder für die Fernwärmeversorgung. Da­für gibt es zwei mögliche Verfahren.

  1. Das hydrothermale System nutzt natürliche heisse Was­ser­vorkommen in was­serführenden Gesteinsschichten der Erdrinde. Das heisse Wasser wird hoch­gepumpt und für die Fernwärmeversorgung verwendet.
  2. Das stimulierte geothermisch System pumpt Wasser in die Erdrinde, lässt es dort erhitzen und pumpt das heisse Wasser oder den Dampf wieder an die Oberfläche. Der Dampf erzeugt über Turbinen Strom und wird für die Fern­wärmeversorgung verwendet.

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