Richtigstellung:Dreckschleuder-InseratdesKomitees„JazuMühleberg“enthältfalscheAngaben

17.02.2011

Energie Wasser Bern wehrt sich entschieden gegen Inserate des überparteilichen Komitees „Ja zu Mühleberg“, die das Gas- und Dampfkombikraftwerk im Forst­haus wiederholt und wider besseres Wissen als „C02-Dreckschleuder“ bezeichne­ten. Energie Wasser Bern weist diese verzer­rende Darstellung entschieden zurück. Für die Richtigstellung wurde bewusst ein Zeitpunkt nach der Abstimmung gewählt.

In Zeitungsinseraten bezeichnete das überparteiliche Komitee „Ja zu Mühleberg“ das Gas- und Dampfkombikraftwerk im Forsthaus als „CO2-Dreckschleuder“. Zudem sug­gerierte der Inseratetext, Energie Wasser Bern (ewb) hätte die Bevölkerung bewusst falsch informiert, da die Anlage gar keine erneuerbare Energie produziere. Diese Be­hauptungen sind falsch. Energie Wasser Bern war es stets ein Anliegen, dass in der Abstimmungskommunikation sachlich, transparent und korrekt informiert wird und for­derte das Komitee „Ja zu Mühleberg“ vergeblich auf, auf die irreführenden, tendenziö­sen und unlauteren Informationen über die Energiezentrale Forsthaus zu verzichten. Dieses Anliegen wurde nicht berücksichtigt, weshalb Energie Wasser Bern folgende Punkte festhält:

    • Strategiekonformität: Die Stadt Bern als Eigentümerin und Energie Wasser Bern setzen auf eine nachhaltige Strategie zum Ausstieg aus der Atomenergie 2039. Die neue Energiezentrale Forsthaus ist ein wichtiger Schritt, dieses strategische Ziel zu erreichen. Die Anlage Forsthaus umfasst eine Kehricht­verwertungsanlage, ein Holzheizkraftwerk und ein Gas- und Dampfkombikraft­werk, welche Energie in der Form von Fernwärme, Strom und Dampf erzeu­gen. Das Gas- und Dampfkombikraftwerk hat eine Betriebszeit von 20 Jahren und muss deshalb vor 2039 bereits ersetzt werden. Dieser Ersatz wird mit der dann verfügbaren Technologie, wie beispielsweise der Geothermie, an einem optimal geeigneten Standort erfolgen.
             
    • Informationspolitik: Falsch ist, dass Energie Wasser Bern den Strom aus dem Gas- und Dampfkombikraftwerk je als erneuerbare Energie bezeichnet hat. Rich­tig ist, dass es eine sehr effiziente und daher umweltfreundliche Form der Stromproduktion ist, jedoch nicht erneuerbar.
           
    • C02-Belastung: Falsch ist, dass die Energiezentrale das Klima zusätzlich mit 100‘000  TonnenCO2 belastet. Denn würde auf die Anlage im Forsthaus verzich­tet und der Strom auf dem freien Markt nach heutigen Bedingungen eingekauft (der unter anderem auch Strom von Kohlekraftwerken enthält), wäre die CO2-Bilanz sogar um 57'000 Tonnen im Jahr schlechter. Deshalb sinkt der CO2-Ausstoss mit der neuen Energiezentrale Forsthaus um 17%. Richtig ist, dass das Gas- und Dampfkombikraftwerk pro Jahr rund 100'000 Tonnen CO2 ausstösst und der Ausstoss durch die CO2-Abgabe kompensiert wird.

  • Umweltverträglich: Die Energiezentrale Forsthaus hält strenge Umweltauflagen ein. Sie wird die Berner Luft mit deutlich weniger Feinstaub und Luftschadstoffen belasten als die alte KVA Warmbächli. Die Vorgaben der Emissionswerte wird sie teilweise sogar deutlich unterschreiten.

  • Erneuerbarer Anteil / Effizienz: In der Energiezentrale Forsthaus gilt der Keh­richt als 50% erneuerbar. Zudem wird aus 100% erneuerbarem Holz Wärme und Strom produziert. Gegenüber der veralteten Anlage ist die neue Energiezentrale Forsthaus viel effizienter und erzeugt aus fast der gleichen Menge Kehricht viel mehr Energie.

  • Fernwärme: Die Fernwärme der Energiezentrale Forsthaus versorgt rund 450 Kunden in Bern wie zum Beispiel das Inselspital oder den Bahnhof Bern und soll mittelfristig deutlich ausgebaut werden. Dank der umweltfreundlichen Fernwärme können diese Kunden auf andere Heizmittel wie Erdöl verzichten, was zu weite­ren Einsparungen beim CO2-Ausstoss führt. Das entspricht der Energiestrategie der Stadt Bern.

  • Biogas: Der Dampf der Energiezentrale Forsthaus wird unter anderem von der ARA Region Bern zur Trocknung von Klärschlamm benutzt. Dadurch wird Biogas frei für die Einspeisung ins Gasnetz. Mit dem lokal hergestellten Biogas können noch mehr Bernerinnen und Bernern heizen und ihre Erdgasfahrzeuge betrei­ben.

Die Berner Stimmbürgerinnen und Stimmbürger haben am 28. November 2010 mit grosser Mehrheit den Ausstieg der Stadt Bern aus der Atomenergie gutgeheissen und diesen an der Abstimmung vom 13. Februar 2011 bestätigt. Die Energiezentrale im Forsthaus ist einer von mehreren Bausteinen von Energie Wasser Bern zum Ausstieg aus der Atomenergie.

Informationen waren jederzeit unter www.ewb.ch und den beiden Dossiers www.ewb/atomausstieg2039 und www.ewb/energiezentrale verfügbar.

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