20.08.2010
Der Gemeinderat hat die von Energie Wasser Bern (ewb) beantragten Strom- und Erdgaspreise genehmigt. 2011 bezahlen Bernerinnen und Berner im Schnitt vier Prozent weniger für ihren Strom. Die Erdgaspreise steigen ab Oktober voraussichtlich um durchschnittlich 14 Prozent. Zudem steht ein Wechsel beim Preissystem an. Als noch ökologischere Alternative zu Erdgas können Kundinnen und Kunden in der Stadt Bern neu auch CO2-neutrales Biogas wählen. Dennoch bleiben die Energiepreise in der Stadt Bern tief.
Energie Wasser Bern senkt 2011 die Strompreise. Privathaushalte bezahlen durchschnittlich vier Prozent weniger für den Strom, Firmen werden rund ein Prozent weniger bezahlen. Energie Wasser Bern senkt die Gebühren für die Nutzung des Stromnetzes, die sogenannten Netznutzungsgebühren, gemäss den Vorgaben des Regulators ElCom. Kundinnen und Kunden bezahlen daher insgesamt rund 2,6 Millionen Franken weniger. Die Preise für den tatsächlich verbrauchten Strom (Energiepreis) bleiben unverändert, ebenso wie die Konzessionsabgabe an die Stadt Bern und die Abgabe des Bundes zur Förderung erneuerbarer Energien.
Die Erdgasrechnung von Energie Wasser Bern hat in den letzten Jahren mit einem Verlust abgeschlossen. Dazu geführt haben umfassende Investitionen ins Leitungsnetz, steigende Kosten und die allgemeine Teuerung. Der Erdgaspreis wird in der Stadt Bern deshalb ab dem 1. Oktober 2010 erhöht. Je nach Kundensegment fällt die Erhöhung unterschiedlich aus, einige Kunden bezahlen gar weniger. Durchschnittlich steigen die Preise um drei Prozent. Da zeitgleich auch die Beschaffungspreise steigen werden, verteuert sich das Erdgas für die Kundinnen und Kunden voraussichtlich um durchschnittlich 14 Prozent. Über die definitiven Preise wird Energie Wasser Bern Mitte September verbindlich via Kundenbriefe, Medienmitteilung und Website informieren.
Trotz der unerfreulichen Entwicklung liegen die Erdgaspreise noch deutlich unter dem Niveau von 2008. Sie befinden sich nach der Erhöhung auf dem Niveau von 2006. Damit ist Erdgas nicht nur sicher und vielfältig einsetzbar, sondern insbesondere im Vergleich mit Erdöl ein günstiger Energieträger.
Die Erdgaskosten in der Stadt Bern werden ab dem 1. Oktober 2010 nach einem neuen Preissystem berechnet. Dieses belohnt zum Beispiel energieeffizientes Heizen. Neben der verbrauchten Energie bezahlen Kundinnen und Kunden künftig einen Leistungspreis, der aufgrund der Leistung ihrer Heizung berechnet ist. Das Heizen mit einer Anlage, die auf die Grösse eines Hauses abgestimmt ist, kostet dadurch neu weniger als mit einer überdimensionierten Heizung. Das neue Preissystem schafft also Anreize, beim Ersatz alter oder beim Bau neuer Anlagen die Effizienz zu berücksichtigen. Der Preisüberwacher unterstützt die stärkere Gewichtung der beanspruchten Leistung.
Bei Anwendungen mit Erdgas haben Kundinnen und Kunden neu die Möglichkeit, aktiv zum Umweltschutz beizutragen: Ab dem 1. Oktober 2010 bietet Energie Wasser Bern Biogas-Produkte an. Biogas hat die positiven Eigenschaften von Erdgas und ist darüber hinaus erneuerbar sowie CO2-neutral. Produziert wird das angebotene Biogas aus Grüngut oder Klärschlamm in der Schweiz.
Stromsparen bleibt trotz tieferer Preise attraktiv. Energie Wasser Bern hat im Rahmen seiner Nachhaltigkeitsstrategie entschieden, das Anreizsystem «Stromsparbonus» fortzusetzen. Der «Stromsparbonus» gewährt Kundinnen und Kunden, die mindestens 10 Prozent weniger Strom verbrauchen als im Vorjahr, einen Bonus auf ihre Stromrechnung. Bei Privathaushalten beträgt dieser Sparbonus 15 Prozent, bei Grosskunden 10 Prozent.
Weitere Auskünfte erteilen:
Reto Nause, Direktor für Sicherheit, Umwelt und Energie
Telefon 031 321 50 05, und
Roland Teuscher, Leiter Kommunikation Energie Wasser Bern (ewb)
Telefon 031 321 36 88.
Die Strompreise werden jährlich neu festgelegt. Energie Wasser Bern hat die Preise für 2011 gemäss den Vorgaben der Stromversorgungsgesetz und -verordnung und der eidgenössischen Elektrizitätskommission (ElCom) kalkuliert. Wie alle Energieversorgungsunternehmen muss Energie Wasser Bern bis am 31. August die Stromtarife für das Folgejahr publizieren.






