KehrichtverwertungsanlageForsthaus(KVA)

24.08.2010

Die zukunftsweisende KVA Forsthaus von Energie Wasser Bern wird lokal Strom und Fernwärme für die Stadt Bern produzieren. Sie entspricht der Strate­gie der nachhaltigen Energieproduktion und bildet einen Meilenstein für den Ausstieg aus der Atomenergie bis 2039. Die Investition von über 500 Millionen macht Energie Wasser Bern von anderen Anbietern unabhängiger. Dass dabei einheimische, erneuerbare Energieträger wie Holz und Kehricht sowie Erdgas eingesetzt werden, ist für das auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Unternehmen selbstverständlich.

Nachhaltigundatomfrei

Für Energie Wasser Bern ist die ökonomische und ökologische Nachhaltigkeit ein zentraler Wert. Damit setzt das Unternehmen die Energiestrategie der Stadt Bern um. Energie Wasser Bern baut die eigenen Produktionskapazitäten aus, damit der sukzessive Ausstieg aus der Atomenergie bis 2039 realisiert werden kann. Die neue Kehrichtverwertungsanlage (KVA) Forsthaus ist ein wichtiger Meilenstein auf diesem Weg.

UnabhängigdankhochwertigerProduktionvorOrt

„Mit der neuen KVA können wir umweltfreundlich einen grossen Anteil des Energie-bedarfs der Stadt Bern abdecken. Damit sichern wir langfristig die Strom- und Fern­wärmeversorgung vor Ort und können unsere Abhängigkeit von anderen Strom­lieferanten deutlich reduzieren“, sagt Daniel Schafer, CEO von Energie Wasser Bern, zur strategischen Bedeutung der innovativen Anlage, die jährlich 360 Gigawatt­stunden (GWh) Strom produzieren wird.

Kehricht,HolzundGasoptimalkombiniert

Die neue KVA Forsthaus wird die technisch veraltete KVA am Warmbächliweg erset­zen und über einen ausgeklügelten Anlagenmix verfügen. „Die Kombination der Keh­richtverwertung mit einem Holzheizkraftwerk (HHKW) sowie einem Gas- und Dampf­kombikraftwerk (GuD) ist ein schweizweites Pionierprojekt. Die neue KVA verwertet Kehricht und Holz aus der Region und erzeugt daraus CO2-neutrale Energie in der Form von Fernwärme, Strom und Dampf“, führt André Moro, Präsident der Baukom­mission und Leiter Energiewirtschaft von Energie Wasser Bern, aus.

GrosserWirtschaftsimpulsfürdieStadtBern

Die Finanzierung der neuen KVA wurde vor langer Hand geplant. Es wurden über eine lange Zeit regelmässig Rücklagen für diese Grossinvestition gemacht. Die Investition von über 500 Millionen Franken in Bern ist ein kräftiger Wirtschaftsimpuls, der Energie Wasser Bern von anderen Anbietern unabhängiger macht. Dass dabei einheimische, erneuerbare Energieträger wie Holz und Kehricht sowie Erdgas eingesetzt werden, ist für das auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Unternehmen selbstverständlich.

BaumitHerausforderungen

Der Kehrichtbunker ist im Rohbau beinahe fertiggestellt. Er wird eine Höhe von 40 Metern erreichen, überragt vom 70 Meter hohen Kamin. Auch am Prozessgebäude wird intensiv gebaut. „In technischer und logistischer Hinsicht ist der Bau der KVA Forsthaus eine grosse Herausforderung. Die Crux ist, dass das gesamte Material und die Anlagen zeitgerecht angeliefert und zu einem perfekten Mosaik zusammengebaut werden müssen“, sagt Thomas Pulver der Graber Pulver Architekten AG, und führt aus: „Bereits heute ist die Baustelle eine der grössten im Raum Bern. Und dabei ist zurzeit nur der Bau des Gebäudes sichtbar.“ Ab Anfang 2011 werden rund 500 Fachleute gleichzeitig auf der Baustelle tätig sein und die Maschinen unter der Leitung TBF+Partner AG, Planer und Ingenieure, montieren. Seit der Grundsteinlegung vor über einem Jahr kommt der Bau planmässig voran. Die Anlage sollte ihren Betrieb im Jahr 2012 aufnehmen können.

WieproduziertdieKVAForsthausEnergie?

In der neuen KVA Forsthaus werden aus Kehricht, Holz und Erdgas umweltschonend Fernwärme, Dampf und Strom erzeugt.

  1. Der Kehricht wird im Kehrichtofen verbrannt. Dabei entsteht Dampf, der in ei­ner Dampfturbine zuerst Strom und anschliessend heisses Wasser erzeugt, welches dann ins Fernwärmenetz von Energie Wasser Bern eingespeist wird. Einige Kunden werden auch direkt mit Dampf versorgt.
  2. Auch bei der CO2-neutralen Verbrennung von Holz im Holzheizkraftwerk (HHKW) sowie bei der Verbrennung von Erdgas im Gas- und Dampf-Kombi­kraftwerk (GuD) entstehen Dampf und Fernwärme.
  3. Mit dem Dampf aus dem HHKW und dem GuD wird in einer zweiten Turbine noch mehr Strom erzeugt, das heisse Wasser wird ebenfalls ins Fernwärmenetz eingespeist. Die Fernwärmeerzeugung mit Gas und Holz dient zur Abdeckung der Spitzenlast im Winter und der Übergangszeit sowie bei einem Ausfall der KVA.

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