WichtigeStützederBernerStromversorgung
SanierungdesUnterwerksSchosshaldeabgeschlossen

05.06.2009

In den letzten zwei Jahren hat Energie Wasser Bern das Unterwerk Schosshalde komplett erneuert. Dafür waren Investitionen von 17 Millionen Franken nötig. Äusserlich sind kaum Änderungen sichtbar, da das Gebäude denkmalgeschützt ist. Im Innern hingegen befinden sich nun modernste Anlagen.

Das Unterwerk Schosshalde ist ein wichtiger Teil der Berner Stromversorgung. Von hier aus werden wesentliche Teile der Quartiere Kirchenfeld, Breitenrain und untere Altstadt mit elektrischer Energie versorgt. Das Unterwerk liegt unweit der Autobahnausfahrt Ostring und wurde 1952 in Betrieb genommen. Viele Komponenten wie die Mittelspannungsanlage und wesentliche Teil der Hochspannungsanlage stammten bis vor kurzem noch aus dieser Zeit. Weil die Anlagen den heutigen Anforderungen an die Personen- und Versorgungssicherheit nicht mehr genügten, wurde das Unterwerk seit Frühling 2007 komplett erneuert.

NeueTechnologiespartPlatz

Das Gebäude besteht aus dem Ost- und dem Westtrakt sowie der Kranhalle. Da es denkmalgeschützt ist, war es nicht möglich, wesentliche Änderungen am äusseren Erscheinungsbild vorzunehmen oder den Komplex durch einen funktionellen Zweckbau zu ersetzen. Stattdessen sind nun alle Komponenten im bestehenden Westtrakt untergebracht. Möglich wurde dies dank der platzsparenden gasisolierten Technik. Diese bewährt sich bereits beim kürzlich umgebauten Unterwerk Holligen bestens. Der frei gewordene Raum kann vermietet oder für andere betriebliche Zwecke genutzt werden. Die Investitionen für die Gesamterneuerung belaufen sich auf rund 17 Millionen Franken.

SteuerungüberdieLeitstelleMonbijou

Wie alle wichtigen Anlagen der Stromversorgung ist das Unterwerk Schosshalde von zwei Seiten erschlossen. Einerseits wird es über eine kürzlich neu erstellte Hochspannungs-Kabelleitung mit dem Unterwerk Monbijou verbunden. Andererseits besteht eine Hochspannungs-Kabelleitung zur BKW-Unterstation Gümligen. Das Unterwerk ist im normalen Betrieb unbemannt und wird von der zentralen Leitstelle im Areal Monbijou aus überwacht und gesteuert. Energie Wasser Bern betreibt neben dem Unterwerk Schosshalde vier weitere Unterwerke. Sie alle dienen dazu, den über Hochspannungsleitungen herantransportierten Strom auf Mittelspannung zu transformieren. So gelangt der Strom in die Quartiere. Dort wird die Spannung in den zahlreichen Trafostationen erneut reduziert, damit der Strom für die üblichen Anwendungen genutzt werden kann.

GebäudemitinteressanterGeschichte

Nötig wurde das Unterwerk Schosshalde durch die rasante Zunahme des Stromverbrauchs nach dem Zweiten Weltkrieg. Der Bau erfolgte für 6,6 Millionen Franken in den Jahren 1951 und 1952 unter der Leitung des Architekturbüros Willy Althaus. Wegen der Ästhetik und den Geräuschemissionen wurde die gesamte Technik in einem Gebäude untergebracht, was damals für Unterwerke unüblich war. Als die Anlage im November 1952 den Betrieb aufnahm, umfasste sie die erste im Boden verlegte 150‘000-Volt-Kabelleitung der Schweiz. 2002 wurde das Gebäude von der Denkmalpflege als «schützenswert», also in der obersten Schutzkategorie eingestuft. Besonders sehenswert ist das Keramikbild «Elektrizität» beim Haupteingang des Unterwerks. Die abstrakte Schöpfung von Albert Neuenschwander zeigt grelle Stromlinien. Keramik wurde in den 1950er-Jahren als Material gewählt, weil die Wand dem Wetter ausgesetzt ist.

Zurück zur Übersicht