19.06.2009
Energie Wasser Bern wird in den nächsten zehn Jahren ein flächendeckendes Glasfasernetz in Bern erstellen. Der Verwaltungsrat hat für das Projekt «Fibre to the home» (FTTH) grünes Licht gegeben. In den nächsten Jahren werden rund 140 Millionen Franken ins schnelle Netz investiert.
90 Prozent der Wohnungen auf dem Gemeindegebiet Bern sollen spätestens in zehn Jahren mit Glasfasern erschlossen sein. Falls es die Marktdynamik erfordert, kann der Bau gezielt beschleunigt werden. Dazu schafft Energie Wasser Bern rund 30 zusätzliche Stellen. Mit erster Priorität wird Energie Wasser Bern die dicht besiedelten Gebiete ans Glasfasernetz anschliessen, um rasch einen hohen Abdeckungsgrad zu erreichen. Für eine möglichst grosse Flexibilität will das Energieversorgungsunternehmen überall sogenannte Speedpipes verlegen. Diese machen es möglich, Glasfaserkabel innert weniger Stunden auszuwechseln. Sollen beispielsweise zu einem späteren Zeitpunkt mehr Fasern pro Kabel erforderlich sein, ist dies ohne Bauarbeiten möglich. Mit den Eigentümern von Gebäuden, welche ans Glasfasernetz angeschlossen werden, schliesst Energie Wasser Bern Verträge ab. Die Bauarbeiten sollen möglichst rasch begonnen werden.
In den letzten Wochen hat Energie Wasser Bern die Verhandlungen mit den Service-Providern intensiv weitergeführt. Energie Wasser Bern fordert, dass sich die Entschädigung für die Benutzung des Glasfasernetzes nach dem Marktanteil bei den Services richtet. Diese Berechnungsart garantiert dem Energieversorgungsunternehmen, dass sich die beträchtlichen Investitionen von rund 140 Millionen Franken in jedem Fall rentieren. Gegenüber der ersten Schätzung von 200 Millionen Franken werden die Aufwendungen gemäss dem detaillierten Businessplan rund 60 Millionen Franken tiefer ausfallen. Die Investitionen erfolgen angesichts der schwierigen Wirtschaftslage genau zur richtigen Zeit.
Rund 70 Prozent des Bauvolumens für FTTH entfallen auf die Strecke zwischen den Verteilkästen auf der Strasse und den Hausanschlusskästen. Einen Grossteil aller Wohnungen kann Energie Wasser Bern ohne Bautätigkeit mit Glasfasern erschliessen, da sich dafür bestehende Rohrleitungen nutzen lassen. Wenn für eine Hauserschliessung Grabarbeiten nötig sind, kombiniert Energie Wasser Bern dies möglichst mit der Erneuerung von Strom-, Gas- oder Wasseranschlüssen. So werden die Kosten für die Bauarbeiten auf die verschiedenen Medien aufgeteilt. Im Gegensatz dazu müsste ein anderer Ersteller für jedes einzelne Haus einen neuen Zugang legen. Daher ist es auch ökologisch sinnvoll, dass Energie Wasser Bern den Bau übernimmt. Und nicht zuletzt wird die Berner Bevölkerung nur mit der nötigsten Anzahl Baustellen belästigt.
Die Glasfasertechnologie ermöglicht zahlreiche attraktive Telekom-Dienstleistungen, bei denen riesige Datenmengen transportiert werden. In privaten Haushalten dürften vor allem das äusserst schnelle Internet sowie die neuen Möglichkeiten beim digitalen Fernsehen (höchste Auflösung, zeitversetztes Fernsehen, Video on Demand) auf grosses Interesse stossen. Für Firmen sind die enorm kurzen Up- und Downloadzeiten, die Nutzung von zentral gespeicherter Software und der dezentrale, schnelle Zugriff aufs Firmennetzwerk wichtige Anwendungen. Indem Energie Wasser Bern ihr Glasfasernetz allen Service-Anbietern zur Verfügung stellt, entsteht ein Wettbewerb, der sich aus Sicht der Konsumentinnen und Konsumenten positiv auf die Preise auswirkt. Zudem steigert die Glasfasertechnologie die Energieeffizienz, weil darüber Anlagen aller Art präzise gesteuert respektive ein- und ausgeschaltet werden können.
Energie Wasser Bern ist erfreut über die Entscheide des Berner Stadtrats zu FTTH. Das Stadtparlament hat Energie Wasser Bern an seiner gestrigen Sitzung mit deutlicher Mehrheit dazu aufgefordert, die Projektierung und die Planung für das Glasfasernetz in Bern anzugehen, um unverzüglich mit dem Bau beginnen zu können. Gleichzeitig hat sich der Stadtrat einstimmig dafür ausgesprochen, dass ein Parallelnetz in Bern verhindert werden soll. Dieses klare Bekenntnis stellt eine wichtige politische Legitimation für das FTTH-Projekt von Energie Wasser Bern dar, gerade auch bei den Verhandlungen mit den Service-Providern.




