17.12.2009
Damit Energie Wasser Bern bis 2039 aus der Kernenergie aussteigen kann, will sich das Unternehmen an zahlreichen neuen Produktions-anlagen beteiligen. In einer ersten Etappe bis 2030 sind Investitionen von 470 Millionen Franken geplant. Damit sollen im In- und Ausland Anlagen realisiert werden, die aus erneuerbaren Energien Strom produzieren.
Energie Wasser Bern verfügt heute über ein diversifiziertes Produktionsportfolio aus eigenen Kraftwerken und Beteiligungen an grossen Partnerwerken. Die Produktionskapazitäten sind übers ganze Jahr gesehen ausreichend, um die Nachfrage mit dem eigenen Portfolio abzudecken. Die neue Produktions-strategie sieht vor, dass Energie Wasser Bern auch nach dem Ausstieg aus der Kernenergie eine ausgeglichene Energiebilanz behält: Das Unternehmen will über ausreichende eigene Produktionskapazitäten verfügen, um den Bedarf der Kundinnen und Kunden zu decken.
Dieses Ziel bedingt einerseits, dass in Bern die Stromnachfrage in den nächsten Jahren nur leicht ansteigt. Die Energiestrategie der Stadt Bern sieht eine Zunahme um jährlich 0,6 Prozent vor. Energie Wasser Bern führt dazu im Jahr 2010 den Stromsparbonus ein, bietet verschiedene Förderprogramme für mehr Energieeffizienz an und hat die Energieberatung in den letzten Jahren konti-nuierlich ausgebaut. Die Produktionsstrategie zeigt nun die Massnahmen auf der Angebotsseite auf. Für den Ausstieg aus der Kernenergie bis 2039 müssen neue Kapazitäten für eine Jahresproduktion von 330 Gigawattstunden ge-schaffen werden. In einer ersten Etappe bis 2030 ist gemäss der Strategie ein Zubau um 240 Gigawattstunden realistisch. Dafür will Energie Wasser Bern 470 Millionen Franken in erneuerbare Energien investieren.
Auch das künftige Produktionsportfolio von Energie Wasser Bern wird diversifiziert sein und auf verschiedene Technologien setzen. Höchste Priorität haben Fotovoltaik, Windenergie auf dem Festland, Kleinwasserkraftwerke und Biomasse. Bei weniger entwickelten Technologien wie Geothermie und Wind-kraftwerke im Meer unterstützt das Unternehmen einerseits die Forschung und Entwicklung, will andererseits aber auch intern eigenes Wissen aufbauen. Ein wichtiges Projekt zur Erreichung der gesteckten Ziele ist für Energie Wasser Bern nach wie vor KWO plus. Deshalb will sich das Unternehmen im maximal möglichen Umfang daran beteiligen und das Projekt aktiv vorantreiben.
In der Schweiz bestehen in den nächsten Jahren nicht genügend Investitions-möglichkeiten in erneuerbare Energien, um den Bedarf von Energie Wasser Bern zu decken. Deshalb wird sich das Unternehmen in grossem Mass auch an ausländischen Kraftwerken beteiligen, die Strom aus erneuerbare Energien produzieren. Dazu wurden die Möglichkeiten, Chancen und Risiken in zahlreichen europäischen Ländern analysiert. Als Resultat investiert Energie Wasser Bern vor allem in Projekte in den angrenzenden Nachbarländern. Sämtliche Vorhaben müssen nicht nur ins Produktionsportfolio von Energie Wasser Bern passen, sondern auch wirtschaftlich realisiert werden können. Das Unternehmen kann davon profitieren, dass das Umfeld für die erneuerbaren Energien zurzeit sehr positiv ist, und geeignete Standorte sichern.
Um die Produktionsstrategie rasch umzusetzen, hat Energie Wasser Bern im Geschäftsbereich Energiewirtschaft ein eigenes Ressort Produktionsportfolio geschaffen und eine erfahrene Fachperson als Leiter eingestellt. So können neue Produktionsanlagen systematisch angegangen und an Energie Wasser Bern herangetragene Angebote für Beteiligungen rasch und professionell geprüft werden. Mehrere Projekte werden in den nächsten Monaten spruchreif sein.




