09.04.2009
Energie Wasser Bern und die Swisscom haben eine Einigung zur Glasfaser-Erschliessung in der Stadt Bern erzielt. Demnach soll das Glasfasernetz durch Energie Wasser Bern gebaut werden; die Swisscom erhält das Nutzungsrecht für eine Faser. Damit ein entsprechender, langjähriger Vertrag unterzeichnet werden kann, muss noch der Verwaltungsrat von Energie Wasser Bern dem Vorhaben zustimmen.
Die flächendeckende Erschliessung der Stadt Bern mit Glasfasern ist eine Notwendigkeit. In diesem Punkt sind sich seit mehreren Monaten die Entscheidträger aus Politik und Service Public einig. Nur die Glasfaser-Technologie stellt sicher, dass ausreichende Bandbreiten für die aktuellen und zukünftigen Bedürfnisse der Informationsgesellschaft verfügbar sind. Inzwischen werten viele Unternehmen den Zugang zum Glasfasernetz als wichtigen Standortfaktor. Zudem ist es vor dem Hintergrund der aktuellen konjunkturellen Entwicklung richtig, die Investitionen zügig zu starten. Der Netzbau ist ein arbeitsintensives Projekt mit einem hohen volkswirtschaftlichen Multiplikatoreneffekt.
Nun haben sich die Swisscom und Energie Wasser Bern in den wesentlichen Punkten zum Berner Glasfasernetz geeinigt: Der Bau erfolgt demnach durch das Energieversorgungsunternehmen. Wo immer möglich werden Synergien mit Strom-, Gas-, und Wasserleitungen genutzt. Damit der Bau kostenoptimal und rasch erfolgen kann, werden die Infrastrukturen von beiden Partnern genutzt. Die doppelte Erschliessung von Liegenschaften und unnötige Bauarbeiten können mit dieser Lösung verhindert werden. Die Swisscom erhält auf dem gesamten Stadtgebiet das langfristige Nutzungsrecht für eine Glasfaser für alle erschlossenen Wohn- und Büroräumlichkeiten. Dazu muss jedes Glasfaserkabel mehrere Fasern enthalten.
Den Bau des Glasfasernetzes planen die beiden Unternehmen gemeinsam unter Berücksichtigung der jeweiligen Bedürfnisse, Bauvorhaben und Infrastruktur. 90 Prozent der Wohnungen auf dem Gemeindegebiet Bern sollen innert zehn Jahren mit Glasfasern erschlossen sein. Falls es die Marktdynamik erfordert, kann der Bau gezielt beschleunigt werden. Mit erster Priorität wird Energie Wasser Bern die dicht besiedelten Gebiete ans Glasfasernetz anschliessen, um rasch einen hohen Abdeckungsgrad zu erreichen. Für eine möglichst grosse Flexibilität will das Energieversorgungsunternehmen überall sogenannte Speedpipes verlegen. Diese machen es möglich, Glasfaserkabel innert weniger Stunden auszuwechseln. Sollen beispielsweise zu einem späteren Zeitpunkt mehr Fasern pro Kabel erforderlich sein, ist dies ohne Bauarbeiten möglich.
Energie Wasser Bern und die Swisscom werden nun eine Absichtserklärung erarbeiten. Zusammen mit den Erkenntnissen aus dem aktuellen Pilotprojekt und dem detaillierten Businessplan liegen dem Verwaltungsrat von Energie Wasser Bern bis im Sommer genügend Grundlagen vor, um definitiv über den Bau eines stadtweiten Glasfasernetzes zu entscheiden. Die Kosten dafür werden auf rund 200 Millionen Franken veranschlagt. Gibt der Verwaltungsrat grünes Licht, kann Energie Wasser Bern den Vertrag mit der Swisscom gemäss dem aktuellen Terminplan noch vor den Sommerferien unterzeichnen. Um der erzielten Einigung Nachdruck zu verleihen, werden die laufenden Planungs- und Bauaktivitäten ab sofort miteinander koordiniert.




