18.03.2009
Energie Wasser Bern verkaufte 2008 deutlich mehr Energie als im warmen Vorjahr.Die weltweit hohen Energiepreise führten zu steigenden Kosten, weshalb der Jahresgewinn um knapp 10 Prozent auf 62,2 Millionen Franken gesunken ist. An die Stadt Bern als Eigentümerin liefert das Energieunternehmen 35 Millionen Franken ab.
Der Umsatz von Energie Wasser Bern stieg 2008 gegenüber dem Vorjahr leicht an und betrug 416,5 Mio. Franken (+0,4%). Deutlich stärker erhöhte sich der Aufwand auf 304,9 Mio. Franken (+6,1%). Diese Zunahme ist vor allem auf die hohen Einkaufspreise für Energie zurückzuführen. Der Jahresgewinn 2008 sank um knapp zehn Prozent auf 62,2 Mio. Franken. Dennoch bleibt die Gewinnausschüttung an die Stadt Bern mit 35 Mio. Franken unverändert. Entsprechend fliessen 3,5 Mio. Franken in den Ökofonds.
Weil 2007 ein vergleichsweise warmes Jahr gewesen war, stieg 2008 der Energieverbrauch in allen Sparten an. Beim Erdgas bedeutet der Absatz von 1’356 Gigawattstunden (+7,8%) sogar einen neuen Verkaufsrekord. Bei der Fernwärme kann Energie Wasser Bern ein Plus von fünf Prozent verzeichnen, beim Strom eines von knapp drei Prozent. Auch hier fällt die Zunahme wegen des warmen Vorjahres vergleichsweise hoch aus. Wiederum deutlich steigerte Energie Wasser Bern den Absatz von zertifiziertem Ökostrom (+82%). Dieser Erfolg ist vor allem auf die Werbekampagne im Frühling 2008 sowie auf Verkaufsförderungsmassnahmen bei den Firmen und bei Neuzuzügerinnen und -zuzügern zurückzuführen.
Wie in den letzten zwei Jahren orientiert sich der Nachhaltigkeitsbericht 2008 von Energie Wasser Bern an den Leitlinien der Global Reporting Initiative (GRI), einem weltweit anerkannten, freiwilligen Standard. Bereits rund 1’000 Unternehmen gestalten ihre Nachhaltigkeitsberichte gemäss der GRI. Bisher war der Bericht von Energie Wasser Bern mit der ersten von drei Zertifizierungsstufen (C-Level) ausgezeichnet worden. Dank der konsequenten Weiterentwicklung erhielt der Nachhaltigkeitsbericht 2008 von den GRI-Verantwortlichen den B-Level. Damit nimmt Energie Wasser Bern in der Schweizer Energiebranche weiterhin eine führende Rolle bei der Nachhaltigkeitsberichterstattung ein.
Der Jahresabschluss 2008 in Zahlen | ||
|---|---|---|
Betriebsertrag: | 416,5 Mio. CHF | (+0,4%) |
Betriebsaufwand | 304,9 Mio. CHF | (+6,1%) |
Betriebsergebnis (EBIT): | 66,4 Mio. CHF | (-8,2%) |
Ordentlicher Gewinn: | 64,4 Mio. CHF | (-10,6%) |
Jahresgewinn: | 62,2 Mio. CHF | (-9,7%) |
Gewinnablieferung an die Stadt Bern: | 35,0 Mio. CHF | (+/-0%) |
Einlage in den Ökofonds: | 3,5 Mio. CHF | |
Personalbestand in Stellen (zu 100%): | 618 | (+12) |
Stromverkauf: | 1’054 GWh | (+2,7%) |
davon zertifizierter Ökostrom: | 16,2 GWh | (+82,0%) |
Gasverkauf: | 1’356 GWh | (+7,8%) |
Fernwärmeverkauf: | 252 GWh | (+5,0%) |
Verwerteter Kehricht: | 107’375 t | (-2,4%) |
Wasserabgabe: | 14'081’000 m3 | (+0.8%) |
Kräftig zulegen konnte 2008 einerseits das Stromprodukt ewb.WASSER.Kraft aus grossen Wasserkraftwerken. Es wurde vor allem von Firmenkunden deutlich stärker nachgefragt als im Vorjahr. Langsam aber stetig wächst die Zahl von Unternehmen, die bei der Stromwahl neben dem Preis auch auf Nachhaltigkeit achten. Ebenfalls auf dem Vormarsch – wenn auch nach wie vor auf tieferem Niveau – ist der zertifizierte Ökostrom ewb.NATUR.Kraft. Verkaufte Energie Wasser Bern 2007 noch 9 GWh davon, waren es im letzten Jahr bereits 16 GWh. Inzwischen decken neun Prozent der Privatkunden und drei Prozent der Firmen ihren Bedarf ganz oder teilweise mit zertifiziertem Ökostrom. Kaum verändert hat sich im Jahr 2008 die Bestellmenge von ewb.BERNER.Kraft, dem regional produzierten Strom ohne Zertifizierung. Offensichtlich bezahlen vor allem Privatkunden lieber einen etwas grösseren Aufpreis, um dann zertifizierten Ökostrom zu erhalten.
Seit 2007 bestimmen die Bernerinnen und Berner mit der Wahl ihres Stromprodukts den städtischen Strommix mit. Die wachsende Nachfrage nach Strom aus erneuerbaren Energien hat Auswirkungen auf die Investitionen von Energie Wasser Bern. In den nächsten Jahren wird das Unternehmen beispielsweise in Solarstromanlagen sowie in das Holzkraftwerk bei der neuen Kehrichtverwertungsanlage investieren.




