ErhöhungderElektrizitätspreise
Netznutzungwirdteurer

01.09.2008

Der Gemeinderat hat auf Antrag des Verwaltungsrats von Energie Wasser Bern die Stromtarife in der Stadt Bern per 1. Januar 2009 erhöht. Für die Berner Haushalte werden die Stromkosten im Durchschnitt um rund 10 Prozent steigen, für die meisten Firmen zwischen 10 und 20 Prozent.

Wie die meisten Schweizer Stromversorger erhöht auch Energie Wasser Bern per 1. Januar 2009 die Elektrizitätspreise. Dabei handelt es sich um eine Anpassung der Netznutzung. Dies hat drei Gründe:

Die Betreiber der Hochspannungsnetze verlangen höhere Preise

Damit die Stromversorgung jederzeit zuverlässig funktioniert, braucht es in ganz Europa ein Transportnetz. Dank ihm kann Strom über weite Strecken genau dorthin gebracht werden, wo er gerade gebraucht wird. Weil der Stromverbrauch steigt und in Europa mehr Strom «transportiert» wird als früher, ist allerdings das Risiko für einen grossflächigen Stromausfall (Blackout) grösser geworden. Als Gegenmassnahme wurde die sogenannte Reserveleistung erhöht. Dies ist die Leistung, die jederzeit zur Verfügung stehen muss, um eine sichere Stromversorgung zu gewährleisten. Die dadurch entstehenden Kosten werden ab 1. Januar 2009 von der nationalen Netzgesellschaft Swissgrid vollumfänglich den Elektrizitätswerken und somit letztlich den Kundinnen und Kunden in Rechnung gestellt.

Die Stadt Bern erhöht die sogenannte Konzessionsabgabe

Mit der Konzessionsabgabe entschädigt Energie Wasser Bern die Stadt dafür, dass das Unternehmen Leitungen im öffentlichen Raum verlegen und betreiben darf. Im nationalen Vergleich war die Konzessionsabgabe in Bern bisher tief. Sie wird nun an die schweizweit üblichen Tarife angepasst.

Der Bund führt eine Förderabgabe ein

Die Schweizer Bevölkerung unterstützt mit der neuen Abgabe die Förderung erneuerbarer Energien und eine höhere Energieeffizienz. Das Geld wird für drei Zwecke verwendet:

  • zur Förderung der Stromproduktion aus erneuerbaren Energien (Sonnenenergie, Windkraft, Kleinwasserkraftwerke etc.)
  • für Massnahmen, die den Stromverbrauch in der Schweiz senken
  • zur Risikoabsicherung von Geothermieanlagen (Erdwärme)

Die Förderabgabe beträgt maximal 0,6 Rappen pro Kilowattstunde Strom, wobei die Höhe jedes Jahr neu festgelegt wird.

Für die Berner Haushalte werden die Stromkosten im Durchschnitt um rund 10 Prozent steigen, für die meisten Firmen zwischen 10 und 20 Prozent. Bei Kundinnen und Kunden mit einem kleinen Stromverbrauch macht der fixe Grundpreis einen grösseren Anteil an der Stromrechnung aus. Daher wirkt sich für sie die Erhöhung der Strompreise prozentual weniger stark aus. Die genauen Strompreise liegen zurzeit noch nicht fest, da der Bund die Höhe der Förderabgabe erst Ende September bekanntgibt. Im Oktober wird Energie Wasser Bern ihre Kundinnen und Kunden schriftlich über die Strompreise fürs Jahr 2009 informieren.

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