NeueStrom-,Gas-undWasserleitungen
BauprojektzwischenSchosshaldeundMonbijou

15.02.2006

Mitte März 2006 nimmt Energie Wasser Bern ein grosses Bauprojekt zwischen den Unterwerken Schosshalde und Monbijou in Angriff. Neben neuen Stromleitungen werden auf einigen Abschnitten gleichzeitig Gas-, Wasser- und Abwasserleitungen sowie Kabel der öffentlichen Beleuchtung verlegt, um Synergien zu nutzen und so Kosten zu sparen.

Das Stromversorgungskonzept von Energie Wasser Bern sieht vor, dass künftig zwei Hauptleitungen von Osten nach Westen durch die Stadt Bern verlaufen. Damit kann eine noch zuverlässigere Stromversorgung gewährleistet werden. Die bisherige Hauptverbindung zwischen den Unterwerken Schosshalde und Wankdorf wird aufgehoben und durch eine Verbindung zwischen den Unterwerken Schosshalde und Monbijou ersetzt. Da das Unterwerk Schosshalde 2008 aus Altersgründen saniert werden muss, ist der Zeitpunkt günstig, um die neue Verbindung zu realisieren. Mehrere Teilstücke wurden schon früher verlegt, beispielsweise im Rahmen des Projekts gr@uguss.

Anspruchsvolle Linienwahl

Bei der Linienwahl (siehe Plan) mussten Energie Wasser Bern und die beauftragten Ingenieure in Zusammenarbeit mit dem Tiefbauamt sowie der städtischen Verkehrsplanung verschiedene Faktoren berücksichtigen: Um die Baukosten möglichst tief zu halten, ist eine direkte Linie sinnvoll. Die Leitungen dürfen aber nicht in der Nähe von Hauptverkehrsachsen oder Tramlinien verlaufen, da der Verkehr bei Kontroll- oder Instandhaltungsarbeiten zu stark beeinträchtigt würde. Weiter muss der Bau auf öffentlichem Raum erfolgen, um möglichst keine privaten Grundstücke queren zu müssen. Und nicht zuletzt spielen geologische Faktoren eine wichtige Rolle: Der Untergrund und das Umfeld müs­sen für den Bau der Rohranlagen geeignet sein.

Leitung unter der Aare durch

Bis im Herbst 2007 sind die Hauptarbeiten abgeschlossen; der Deckbelag wird 2008 erstellt. Die Kosten des Gesamtprojekts betragen rund 18 Millionen Franken. Neben neuen Strom­leitungen (10 kV und 132 kV) werden auf einigen Abschnitten gleichzeitig Gas-, Wasser- und Abwasserleitungen sowie Kabel der öffentlichen Beleuchtung verlegt. Wo nötig, saniert Energie Wasser Bern zudem die Hausanschlüsse. Um den engen Zeitplan  des Projekts einhalten zu können, wird parallel in vier Abschnitten - so genannten Baulosen – gearbeitet. Eines davon ist besonders spektakulär: Bei der Strassenkreuzung Aarstrasse-Weihergasse gräbt sich eine kleine Tunnelbohrmaschine in 25 Metern Tiefe unter der Aare durch. Im so entstandenen Stollen mit einem Durchmesser von über einem Meter werden anschliessend die Leitungen verlegt. Dieses so genannte Microtunneling-Verfahren hat Energie Wasser Bern bereits bei der Aarequerung zwischen Engehalde und Lorraine erfolgreich eingesetzt. Es ist deutlich sicherer, Leitungen unter der Aare durch als auf dem Grund des Flusses oder entlang einer Brücke zu bauen.

Durchgang für Fussgänger und Velofahrer

Der Strassenkörper entlang der Baulinie ist mit den bestehenden Leitungen stark belegt; die Platzverhältnisse sind oft sehr eng. Darum werden die neuen Leitungen in den meisten Fällen in zwei bis drei parallel verlaufenden Längsgräben realisiert, die zeitlich gestaffelt ausgeführt werden. Durch dieses Verfahren kann die Totalsperrung von Strassenabschnitten mit einzelnen Ausnahmen vermieden werden; der Durchgang für Fussgänger und Velofahrer bleibt gewährleistet. Für den motorisierten Verkehr hingegen ist zeitweise mit grösseren Behinderungen zu rechnen.

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