StromauserneuerbarerEnergienutzen
KraftwerkMattewirdsaniert

13.01.2006

Energie Wasser Bern (ewb) wird das Berner Kraftwerk Matte, welches im ver­gangenen August durch das Hochwasser der Aare stark beschädigt wurde, sanieren. Den Aus­schlag für diesen Entscheid gaben die Wichtigkeit der lokalen Strom­produktion und die Nutzung von erneuerbarer Energie.

Am Nachmittag des 22. August 2005 beschädigte das Hochwasser der Aare das Berner Kraftwerk Matte von Energie Wasser Bern (ewb) stark. Die Zentrale wurde bis zur Decke des Turbinen- und Leittechnikraumes vollständig geflutet. Der Schaden am Kraftwerk beträgt rund 1,5 Millionen Franken und ist durch die Versicherung gedeckt. Dennoch wartete ewb zunächst mit einem Entscheid zur Sanierung des Kraftwerks ab. Die städtischen Instanzen sollten vorher über das Weiterbestehen der Matten­schwelle entscheiden. Mitte Dezember wurden der Öffentlichkeit die Massnahmen zum Hochwasserschutz vorgestellt. Eine Entfernung der Mattenschwelle ist demnach nicht vorgesehen. Stattdessen wurden in Absprache mit ewb Umbaumassnahmen zur technischen Opti­mierung der Schwelle vorgestellt. Insofern ist ein Weiterbetrieb des Kraftwerks Matte grundsätzlich möglich.

Vorteil der lokalen Stromproduktion

Seit der letzten Totalsanierung Mitte der 1980er-Jahre produziert das Kraftwerk Matte pro Jahr rund 7 Gigawattstunden (GWh) Strom. Dies entspricht etwa dem durch­schnitt­lichen Verbrauch von 1750 Haushaltungen. Von der insgesamt ins Berner Netz abgegebenen Strommenge ist das zwar ein kleiner Teil, nämlich etwa ein halbes Prozent. Allerdings handelt es sich um nachhaltig aus erneuerbarer Energie produ­zierten Strom. Zudem empfiehlt es sich für die Energieversorgungsunternehmen in der Schweiz, künftig noch stärker auf die regionale Stromproduktion in eigenen Kraft­werken oder Partneranlagen zu setzen. Denn einerseits wird Strom in den nächsten Jahren europaweit knapper und damit im Einkauf teurer. Andererseits nimmt der Stromverbrauch schweizweit weiter zu, auch in Bern. Um übermässige Investitionen in Transportleitungen zu vermeiden, kommt darum der regionalen Stromproduktion eine grössere Bedeutung zu. Aus diesen Gründen hat sich ewb entschieden, das Kraftwerk Matte zu sanieren. Die Wiederinbetriebnahme ist für die zweite Hälfte dieses Jahres vorgesehen. Als Sofortmassnahme an der Mattenschwelle wird ewb bis im April 2006 einen Teil der Schleu­sen im unteren Bereich so umbauen, dass sie bei Bedarf schnell und einfach entfernt werden können. Damit würde bei einem weiteren Hochwasser die Durchlässigkeit für Schwemmholz deutlich erhöht.

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