ErfreulichesResultatmitWermutstropfen
AbsatzvonÖkostrom2005starkgesteigert

07.03.2006

Im Jahr 2005 konnte Energie Wasser Bern (ewb) doppelt so viel Ökostrom ver­kaufen wie im Vorjahr. Der Zuwachs ging allerdings allein auf das Konto von Firmen. Eine Studie zeigt mögliche Gründe auf, warum die Nachfrage bei den Privatkunden stagniert.

Diese Zahl darf sich sehen lassen: ewb konnte 2005 über 4 Gigawattstunden (GWh) zertifizierten Ökostrom verkaufen. Das ist mehr als doppelt so viel wie im Vorjahr und entspricht etwa einem halben Prozent des gesamten Stromverbrauchs in Bern. Die Zunahme war vor allem beim Produkt Premium Water gross, dem mit der Kraft der Aare produzierten Ökostrom. Davon wurden 3,3 GWh verkauft. Der Absatz von Premium Solar aus 14 Berner Solaranlagen nahm mit rund 0,7 GWh nur leicht zu. Beide Premium-Produkte erfüllen die strengen Kriterien der Zertifizierung «nature­made star».

Nachfrage bei Haushalten stagniert

Einziger Wermutstropfen des insgesamt äusserst erfreulichen Resultats: Der Zuwachs wurde fast ausschliesslich durch grosse Bestellungen von Firmen ermög­licht. Bei den Privatkunden hingegen stagniert der Absatz. Seit mehreren Jahren beziehen zwischen 5 und 6% der Berner Kunden Ökostrom. Im natio­nalen Vergleich ist das ein hoher Wert, der aber konstant bleibt. Werbemassnahmen bringen jeweils neue Ökostrom-Bestellungen. Dies wird jedoch unter anderem durch Wegzüge von Öko­stromkunden wieder ausgeglichen. Eine für ewb durchgeführte qualitative Studie zu den Themen Strom und Ökostrom zeigt mögliche Gründe für den stagnie­renden Absatz auf. In 5 Fokus­gruppen wurden unter anderem Wissensstand, Einstellungen und Vorbehalte rund um Ökostrom erforscht.

Geringes Wissen über Ökostrom

Die Studie zeigt auf, dass viele Bernerinnen und Berner keinen Ökostrom kaufen, weil sie sehr wenig darüber wissen und darum Vorbehalte haben. So sind sich zum Bei­spiel viele Kundinnen und Kunden nicht bewusst, dass sie auch als Mieter Ökostrom beziehen können (Die weiteren meist ge­nann­ten Fragen/Vorbehalte sind im Anhang aufgelistet). Um den Absatz von Öko­strom bei Privatkunden zu steigern, muss also in erster Linie das Wissen darüber verbessert werden. ewb wird darum weitere Kommu­ni­ka­tionsmassnahmen realisieren. Den Anfang macht eine Rechnungsbeilage, welche ab Mitte März an alle rund 70'000 Berner Haushalte verschickt wird. Zudem wird Öko­strom weiterhin in jeder Ausgabe des Kundenmagazins «DiREKT» thematisiert. Auch eine Informationskampagne und Promotionen im orangen Tram von ewb stehen zur Diskussion.

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