GrundwasserfassungKiesen

In der Fassung Kiesen wird das Grundwasser durch 4 Brunnen gefasst und durch Fallheber ins Sammelhaus geführt. Eine Freispiegelleitung transportiert das Wasser via Belpau ins Pumpwerk Schönau.

Am rechten Aareufer, bei den sogenannten Uttigenschwellen, entnimmt Energie Wasser Bern 40’000 bis 55’000 Liter Wasser in der Minute und leitet es in die 20 Kilometer entfernte Stadt Bern. Der Lauf der Aare führt hier unterirdisch einen mächtigen Grundwasserstrom mit sich, der die Kies- und Schotterschichten ständig durchfliesst. Das Wasser wird auf seinem Weg durch den Grundwasserträger physikalisch, chemisch und mikrobiologisch gereinigt.

Zum Schutze des Grundwassers ist im Fassungsgebiet eine Gewässerschutzzone von 400’000 Quadratmetern ausgeschieden worden. Die Landwirtschaft richtet sich dort nach den Gewässerschutzauflagen. In diesem Landstreifen verteilt befinden sich – teils im Wald, teils im freien Gelände – die 4 Brunnenfassungen und das Sammel- und Reguliergebäude, welches auch als Brunnen dient. Diese Gebäude sind aus Ringgenberg-Kalkstein gefertigt und fügen sich vorbildlich in die Landschaft ein.

Die Anlage Aaretal wurde in den Jahren 1947 bis 1950 gebaut, damals die modernste derartige Wasserfassung überhaupt. Erstmals auf dem europäischen Festland wurden anstatt der üblichen Filterbrunnen sogenannte Horizontalfilterbrunnen eingerichtet. Am Grunde des Schachts, in 18 Meter Tiefe (rund 11 Meter unterhalb des Grundwasserspiegels), befinden sich 4 sternförmig ausgelegte horizontale Filterrohr-Zuleitungen. Das Wasser sickert durch die mit Einlässen versehenen Horizontalröhren und von dort in den Schacht. Mit diesen Filterrohren kann bei gleicher Absenkung des Wasserspiegels eine grössere Menge Wasser als bei vertikalen Filterrohren gewonnen werden.

Technische Daten Grundwasserfassung Kiesen

Betriebsaufnahme:

1906

Anzahl Schachtbrunnen:

5

Wasserfassung/min:

55'000 l

Transportleitung:

20 km

BetriebszentraleundPumpwerkSchönau

Die Betriebszentrale ist Kommandozentrale und Fernwirkanlage für die gesamte Wasserversorgung. Von hier aus werden alle Nebenpumpstationen, Schieber und Klappen gesteuert und elektronisch überwacht. Wassermengen, Netzdruck, Klappenstellungen und Wasserstände in den Reservoirs werden überwacht und aufgezeichnet. Modernste Datenverarbeitungssysteme melden allfällige Störungen, erstellen bei Bedarf Tages-, Monats- oder Jahresprotokolle und geben Informationen über den Zustand aller Stationen. Zwischen 30 und 90 Millionen Liter Wasser täglich werden von hier aus verteilt und gesteuert.

Im Pumpwerk Schönau, dem Hauptpumpwerk der Berner Wasserversorgung, trifft das Wasser aus der Aaretalleitung ein und wird mit Pumpen direkt ins Netz gefördert. Überschüssiges Wasser kann – bevor es in die Aare fliesst – über eine Turbine geleitet werden, die wahlweise Elektrizität ins Stadtnetz oder ins betriebsinterne Netz abgibt. Bei Bedarf kann das Aaretalgrundwasser auch in die Reservoire Mannenberg, Könizberg und Gurten gepumpt werden. Im Gebäude der Betriebszentrale sind ausserdem das Labor für chemischphysikalische und mikrobiologische Wasseruntersuchungen, eine Reparaturund eine Wasserzählerwerkstatt untergebracht. Tag und Nacht arbeiten hier Leute, damit die Trinkwasserversorgung ununterbrochen sichergestellt ist.

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