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Historische Berichte bezeugen, dass schon im 13. Jahrhundert an der Matte in Bern die Aareschwelle zur Wasserkraftnutzung für Sägereien, Mühlen und weitere Gewerbe errichtet wurde. Am 10. August 1891 nahm das Kraftwerk Matte mit drei BELL-Turbinen offiziell seinen Betrieb auf. Zum ersten Mal wurden Strassen und Plätze zwischen Zytglogge und Hirschengraben mit Kohlebogenlampen elektrisch beleuchtet. Die Berner Bevölkerung begeisterte sich schnell für die neue Energieform, weshalb der Bedarf nach Elektrizität rapide anstieg. In den 1920er-Jahren wurde die Gleichstromproduktion in der Matte eingestellt. Neue Turbinen und Drehstromgeneratoren mit einer Leistung von zusammen 1’000 kW ersetzten die bisherigen Dynamomaschinen.
Nach mehreren Jahrzehnten treuem Dienst für die Berner Bevölkerung wurde das erste Mattekraftwerk 1983 für einen kompletten Neubau stillgelegt. Drei Jahre später lief die Stromproduktion wieder an – mit einer einzigen Kaplan-Turbine und etwas mehr Leistung als bisher. Im alten Maschinenhaus, das heute als Infozentrum benutzt wird, steht nur noch die renovierte Maschine 3 als Erinnerungsstück. Ebenfalls 1983 begann die Gesamterneuerung der Mattenschwelle, die fast zehn Jahre dauerte.
Das Kraftwerk Matte nutzt ein Gefälle von 3.2 Metern, über das maximal 40’000 Liter Aarewasser pro Sekunde fliessen. Damit produziert die Anlage rund 7 Gigawattstunden (GWh) Strom pro Jahr, was den durchschnittlichen Bedarf von 1’750 Haushaltungen deckt.
Ende August 2005 flutete das Hochwasser der Aare die Zentrale des Kraftwerks Matte und beschädigte es stark. Die elektronischen Steuerungen und das Getriebe wurden komplett zerstört und mussten ersetzt werden. Seit Mitte April 2007 ist das traditionsreiche Berner Kraftwerk Matte wieder in Betrieb.
Technische Daten | |
|---|---|
Typ: | Flusskraftwerk/Laufwasserkraftwerk |
Betriebsaufnahme: | 1891 |
Umbau: | 1922–1925 |
Neubau: | 1983–1985 |
Totalsanierung: | 2006–2007 |
Turbinenzahl: | 1 Kaplan-S-Turbine |
Gefälle: | 1.3–3.2 m |
Nutzwassermenge: | 40 m3/s |
Installierte Leistung: | 1’150 kW |
Jahresproduktion: | 7’000’000 kWh |
Versorgung: | ca. 1’750 Haushalte |







