HäufigeFragenErdgas&Biogas
ErdgaspreiseundPreissystembeiEnergieWasserBern
Wieso erhöht Energie Wasser Bern die Erdgaspreise?

Die Beschaffungspreise für Erdgas steigen ab 1. Januar 2012, wie die Vorlieferantin Gasverbund Mittelland AG (GVM) bekannt gegeben hat. Die Preiserhöhung erfolgt aufgrund weltweit steigender Energiepreise. Für die Kundinnen und Kunden von Energie Wasser Bern (ewb) erhöhen sich die Erdgaspreise daher per 1. Januar 2012 um 0,5 Rappen pro Kilowattstunde (kWh).

Bei einem durchschnittlichen jährlichen Bezug von 10‘000 Kilowattstunden für das Heizen einer 4½-Zimmerwohnung bedeutet das Mehrkosten von rund 50 Franken im Jahr. Die Erdgaspreise waren seit Oktober 2010 stabil.

Wieso bleibt der Biogaspreis von Energie Wasser Bern für 100% Biogasbezug auf demselben Niveau?

Die Preise für den Bezug von erneuerbarem, CO2-neutralem Biogas, bleiben dagegen unverändert. Da die Produktion von Biogas in heimischen Anlagen erfolgt und somit weitgehend unabhängig von den internationalen Beschaffungsmärkten ist, müssen hier keine preislichen Korrekturen vorgenommen werden. Wer auch 2012 100 Prozent Biogas bezieht, bezahlt gleich viel wie im Vorjahr. Für Kundinnen und Kunden mit einem 20- oder 5-prozentigen Biogasanteil steigen die Kosten weniger stark an, als wenn sie reines Erdgas beziehen würden.

Wie setzen sich die Preise bei Energie Wasser Bern zusammen?

Bis jetzt setzte sich der Erdgaspreis aus dem Arbeitspreis (Preis der Energie pro kWh) und der Grundgebühr zusammen. Mit der Grundgebühr wurden u.a. die Kosten für Entschädigung für Produktion, Transport und Speicherung sowie Abgeltung für Zählermiete gedeckt.

Der Arbeitspreis bleibt bestehen. Hingegen wird neu in der Stadt Bern statt einer Grundgebühr ein sogenannter Leistungspreis erhoben. Kundinnen und Kunden, die Erdgas zum Kochen verwenden, werden auch in Zukunft eine Grundgebühr bezahlen. Diese wird allerdings neu monatlich statt wie bisher jährlich erhoben.

Mein Erdgaszähler wird einmal pro Jahr abgelesen. Zu welchem Preis wird das Erdgas verrechnet, wenn während des Jahres die Preise ändern?

Die Berechnung erfolgt mit Hilfe der so genannten Heizgradtage. Jeden Monat wird rückwirkend berechnet, wie viele Heizgradtage anfielen. Dabei ist die Aussentemperatur in diesem Monat entscheidend. Der abgelesene Erdgasverbrauch wird gemäss diesen Heizgradtagen auf die Monate aufgeteilt, wodurch verschiedene Preise pro Jahr möglich sind. Details zur Kalkulation mit Heizgradtagen finden Sie unter www.ewb.ch/heizgradtage

Welche Leistung wird mir effektiv verrechnet?

Jede Erdgasanlage hat eine maximale Leistung, die in Kilowatt ausgedrückt wird. Zur Berechnung des Leistungspreises wird jedoch nicht die maximale Leistung einer Anlage berücksichtigt, sondern nur ein reduzierter Anteil. Dieser Anteil wird aufgrund des Nutzungsfaktors bestimmt.

Der Nutzungsfaktor wiederum wird gemäss dem Nutzungsprofil von Erdgasanlagen definiert. Energie Wasser Bern garantiert, dass die maximale Leistung jederzeit bezogen werden kann, so beispielsweise an kalten Wintertagen.

Was muss ich mir unter dem Nutzungsprofil vorstellen?

Die Kundinnen und Kunden von Energie Wasser Bern nutzen Erdgas auf unterschiedliche Weise, etwa zum Kochen, Heizen oder für industrielle Prozesse. Zudem wird Erdgas zu unterschiedlichen Zeiten und in unterschiedlichen Mengen bezogen. Damit wird das Verteilnetz unterschiedlich stark belastet. Aus diesem Zusammenhang ergibt sich das Nutzungsprofil für die verschiedenen Erdgasanlagen.

Wie ist gewährleistet, dass Energie Wasser Bern trotz Monopol die Preise nicht beliebig erhöht?

Energie Wasser Bern kann die Tarife nur mit Zustimmung des Gemeinderats der Stadt Bern anpassen. Auch sind wir gesetzlich verpflichtet, eine Stellungnahme bei der Preisüberwachung einzuholen. Der Gemeinderat prüft diese und entscheidet danach über die Einführung. Dieses Vorgehen stellt sicher, dass Preisanpassungen nicht auf Willkür, sondern auf rationalen Begründungen basieren.

Zudem müssen bei einer Überarbeitung des Preissystems die Erdgasverordnung und die Erdgastarife angepasst werden. Auch diese werden vom Gemeinderat verabschiedet.

Das Tarifsystem wurde vom Preisüberwacher am 11. Juni 2010 gutgeheissen. Der Gemeinderat hat der Einführung des neuen Tarifsystems auf Antrag des Verwaltungsrats von Energie Wasser Bern am 18. August 2010 zugestimmt.

Macht Energie Wasser Bern durch die höheren Preise jetzt mehr Gewinn?

Nein, in den vergangenen Jahren war die Erdgasrechnung sogar defizitär. Eine Erdgasversorgung muss Gewinn erzielen, um den Lieferauftrag erfüllen zu können. Mit dem Gewinn wird sichergestellt, dass auch zukünftig die Erdgasversorgung instandgehalten, betrieben und ausgebaut werden kann. Die Anpassungen waren daher notwendig, damit Energie Wasser Bern in der Erdgasversorgung keine roten Zahlen mehr schreibt und weiterhin den Versorgungsauftrag erfüllen kann.

BildungderErdgaspreisegenerell
Wann steigen und sinken die Preise für Erdgas?

Der Erdgaspreis ist in den deutschsprachigen Ländern an jenen des Erdöls gekoppelt. Wenn sich der Ölpreis ändert, verändert sich rund ein halbes Jahr später auch der Erdgaspreis. Allerdings sind die Preisausschläge beim Erdgas viel weniger gross als beispielsweise beim Heizöl.

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Was ist der Zweck dieser Ölpreisbindung beim Erdgas?

Die Ölpreisbindung wurde in den 1960er-Jahren eingeführt. Damals war Erdgas noch ein neuer Brennstoff mit ungewissem Erfolg. Besonders Industriekunden zögerten mit einem Wechsel auf Erdgas, weil sie sich die Frage stellten: Was ist, wenn der Ölpreis plötzlich stark fällt und Erdgas im Vergleich sehr teuer wird? Zur Risikominimierung – insbesondere auch wegen den grossen Investitionen ins Leitungsnetz – wurde in die langfristigen Erdgas-Lieferverträge die Ölpreisbindungsklausel eingebaut: Der durchschnittliche Preis des Heizöls im vergangenen halben Jahr hat Einfluss auf den Erdgaspreis.

Sollte die Ölpreisbindung nicht endlich abgeschafft werden?

Im Moment gibt es keine sinnvolle Alternative. Mehrere Länder kennen die Ölpreisbindung nicht, etwa die USA. Dort wird Erdgas an Energiebörsen gehandelt. Die Preise von Erdgas und Erdöl verlaufen aber auch dort weitgehend parallel. Dies liegt vereinfacht gesagt daran, dass weltweit gesehen Erdgas und Erdöl wie austauschbare Produkte behandelt werden. Für industrielle Prozesse und die Stromproduktion beispielsweise kaufen grosse Firmen jeweils die zurzeit billigste Energie ein. Wegen der gesteigerten Nachfrage wird sie dann ebenfalls teurer. Durch diesen Prozess gleichen sich die Preise der verschiedenen Energieträger laufend an.

Was spricht heute noch für die Ölpreisbindung?

Eine Indexierung ist sowohl für die Produzenten wie auch für die Konsumenten sinnvoll. Die Ölpreisbindung verhindert, dass die Produzenten willkürliche Preise festlegen. Zudem sind sie gezwungen, bei sinkenden Ölpreisen auch das Erdgas billiger zu verkaufen.

Treibt nicht die Monopolsituation beim Erdgas die Preise in die Höhe? Wenn einmal der Markt geöffnet ist, werden sie sicher sinken…

Eine allfällige Marktöffnung hätte kaum eine preissenkende Wirkung, da in der Schweiz alle Versorgungsunternehmen das Erdgas von einigen wenigen Produzenten oder Handelsfirmen im Ausland beziehen. Zudem steht Erdgas bereits heute im Wettbewerb mit anderen Brennstoffen wie etwa Holz. Darum kann es nicht in unserem Interesse sein, die Preise unnötig anzuheben, weil dadurch die Konkurrenzfähigkeit von Erdgas schlechter würde.

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Warum gibt es Energieversorgungsunternehmen, die tiefere Preise haben als Energie Wasser Bern, obwohl sie das Erdgas auch beim Gasverbund Mittelland beziehen?

Das eigentliche Erdgas macht nur einen Teil des Preises aus, bei uns sind es etwa 50 Prozent. Dazu kommen die Netzkosten, die von Region zu Region völlig unterschiedlich sind. Sie hängen etwa von der Anzahl Kunden (Anschlussdichte), von der Topografie des Gebiets und vom Zustand des Netzes ab. Zudem müssen für einen Preisvergleich immer auch der Grundpreis und die Anschlusskosten betrachtet werden.

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ErdgasundÖkologie
Was kann ich tun um Erdgas einzusparen?

Oft zeigen einfache Sparmassnahmen beim Heizen, bei der Wassererwärmung und beim Kochen eine erfreuliche Wirkung bei der verbrauchten Menge Erdgas und auf der Rechnung. Die Spartipps finden Sie auf www.ewb.ch/erdgassparen.

Wie sauber ist Erdgas im Vergleich mit Erdöl?

Erdgas und Erdöl stehen sich weltweit als Konkurrenzenergien gegenüber. Erdgas hat in den letzten Jahren stark an Bedeutung gewonnen. Es verursacht weniger Schadstoffe als Erdöl.  

Anfallende Schadstoffe bei der Verbrennung

Erdöl Konventionell   

Erdöl Öko

Erdgas

Schwefeldioxidausstoss SO2 mg/kWh Hu*

253

84 

 2

Kohlendioxidausstoss CO2in g/kWh

263

263

198

Stickoxidausstoss NOxmg/m3 Abgas

> 80

> 60

< 20

* Unterer Heizwert

Da Heizöl unter anderem Schwefel, organisch gebundenen Stickstoff und mehr Kohlenstoff als Erdgas enthält, produzieren Ölfeuerungen bei gleichen Verbrennungsbedingungen grundsätzlich mehr Schwefeldioxid, Stickoxide und Kohlendioxid als Erdgas.

Wie sieht die Entwicklung der CO2-Abgabe aus?

Parlament und Bundesrat hatten das Ziel gesteckt, dass die CO2-Emissionen aus fossilen Brennstoffen im Jahr 2006 6 Prozent unter denen von 1990 liegen sollten. Das Ziel wurde mit einem Wert von 4,6 Prozent verfehlt. Als Folge davon wurde seit 1. Januar 2008 eine CO2-Abgabe auf fossile Brennstoffe (Heizöl, Erdgas) von 12 Franken pro Tonne CO2-Emission erhoben. Diese Abgabe wurde per 1. Januar 2010 auf 36 Franken angehoben, da wiederum die Reduktionsziele verfehlt wurden.

bis Ende 2009

ab 1.1.2010

CHF/Tonne CO2

12.00

36.00

Umgerechnet in

Rappen pro kWh Erdgas

0,22

0.65

Umgerechnet in

Rappen pro kWh Heizöl

0,30

0,90

Seit 1. Januar 2009 weisen wir auf unseren Erdgas-Energierechnungen die CO2-Abgabe separat aus.

weitere Infos

Biogas
Woher kommt das Biogas von Energie Wasser Bern?

Energie Wasser Bern bezieht sein Biogas von der ARA Bern. Das produzierte Biogas stammt ausschliesslich aus Klärschlamm und organischen Abfällen wie Grüngut und Speiseresten.

Anders als im Ausland werden keine Pflanzen wie etwa Mais angebaut, um daraus Biogas zu machen.

Wir sehen Biogas aus nachwachsenden Rohstoffen wie etwa Mais, wie es in Deutschland erzeugt wird, als ethisch bedenklich an und wollen keinesfalls eine Konkurrenz zu Lebens- oder Futtermitteln aufbauen. Deshalb haben wir uns dazu entschlossen, Biogas nur aus Abfallstoffen zu beziehen.

Welche Biogas-Produkte kann ich bei Energie Wasser Bern beziehen?

Mit der Einführung des neuen Preissystems Erdgas in der Stadt Bern können Kunden auch verschiedene Biogas-Produkte beziehen. Um vom CO2-neutralen und erneuerbaren Biogas profitieren zu können, müssen Sie in der Stadt Bern wohnen. Die erhältlichen Varianten sehen Sie hier: www.ewb.ch/biogasprodukte

Ich wohne ausserhalb der Stadt Bern und beziehe bereits Erdgas von Energie Wasser Bern. Kann ich auch Biogas beziehen?

Nein, für Kundinnen und Kunden in den Regionsgemeinden ist dies noch nicht möglich. Sobald dies der Fall ist, wird Energie Wasser Bern die Kunden über die erhältlichen Produkte informieren.

Wie kann ich Biogasprodukte bestellen?

Am einfachsten ist, Sie füllen das Bestellformular auf unserer Website aus:

zum Bestellformular

Wird mir der Biogasanteil als erneuerbare Energie bei Neubauten angerechnet?

Nein, eine Anrechnung ist im Kanton Bern nicht möglich. Es wird ausschliesslich die energetische Sanierung der Bausubstanz berücksichtigt, nicht aber der Umstieg auf einen erneuerbaren Energieträger.

Was gibt es für Unterschiede gegenüber Erdgas?

Erdgas und Biogas sind physikalisch die gleichen Produkte, damit auch seine Eigenschaften wie z.B. farb- und geruchlos und der Brennwert. Der Unterschied ist: Erdgas ist ein fossiler Energieträger und über Jahrmillionen aus organischen Materialien entstanden. Biogas ist ein erneuerbarer Energieträger und wird immer wieder neu produziert.

Ist Biogas CO2-neutral?

Ja, Biogas ist CO2-neutral, da es bei der Verbrennung nur so viel Kohlendioxid freisetzt, wie die zur Erzeugung eingesetzten Substrate der Atmosphäre zuvor entzogen haben. Biogas verbrennt aufgrund dieses geschlossenen CO2-Kreislaufs also im Gegensatz zu anderen fossilen Energieträgern wie Erdöl klimaneutral.

Wie kommt Biogas zum Kunden?

Das Biogas wird direkt in das vorhandene Erdgasnetz eingespeist. Je höher die Nachfrage an der umweltfreundlichen Alternative ist, umso mehr Biogas wird erzeugt und in das Erdgasnetz eingespeist.

Fliesst denn aus der Leitung im Keller etwas anderes als bei einem Nachbarn, der ausschliesslich mit Erdgas heizt?

Nein, alle Kunden erhalten physikalisch das gleiche Produkt. Wer Biogas bezieht, kauft mit dem Beitrag einen ökologischen Mehrwert, nämlich erneuerbare und CO2-neutrale Energie in Form von Biogas. Diese Menge an Biogas wird in der ARA Bern real produziert und ins Erdgas-Netz eingespeist. Die Schweizerische Oberzolldirektion überwacht die Mengenbilanzierung. Diese Art und Weise der Bilanzierung hat sich im Bereich Ökostrom bereits bewährt.

Wird für den Biogas-Anteil auch die CO2-Abgabe erhoben?

Nein, für den Anteil Biogas muss keine CO2-Abgabe bezahlt werden. Deshalb wird beim Bezug von Biogas  die CO2-Abgabe nur auf dem Erdgas-Anteil erhoben.

Welche Vorteile hat Biogas? Warum sollen Sie das nutzen?

Biogas ist erneuerbar, CO2-neutral und es verbessert die Ökobilanz massgeblich. Mit Biogas besteht die einfache Möglichkeit, einen wertvollen Beitrag zu den Klimazielen zu leisten

Biogas verfügt neben den CO2-Neutralität und der Erneuerbarkeit über die gleichen Vorteile wie Erdgas: hoher Anwendungskomfort, wartungsarme und rückstandsfreie Verbrennung und keine Beanspruchung von zusätzlichem Lagerraum usw.

Der allergrösste Vorteil von Biogas – im Gegensatz zur Nutzung anderer Erneuerbarer Energien: keine zusätzlichen Investitionen in die bestehende Heizanlage.

Was verspricht sich Energie Wasser Bern von der Einführung von Biogas?

Energie Wasser Bern engagiert sich für die Umwelt und setzt verstärkt in erneuerbare Energien. Mit der CO2-neutralen Energie Biogas, welche aus regionalen Abfallstoffen (z.B. Klärschlamm und Grüngut) gewonnen wird, bieten wir eine optimale Lösung mit grossem Zukunftspotenzial.

Welche Chancen bietet der Betrieb einer Biogasanlage?

Im Gegensatz zur Energiegewinnung aus Windkraft und Sonne, kann eine Biogasanlage unabhängig von Klima und Witterung ganzjährig die Region Bern mit Energie versorgen.

Die Vergärung von Reststoffen und das Aufbereiten zu Biogas sind sinnvoll. Vermeintlicher Abfall wird dabei einer Energetischen Verwertung zugeführt.

Wie wird Biogas für Treibstoff und zu Heizzwecken erzeugt?

Zur Erzeugung von Biogas werden organische Materialien bei bestimmten Temperaturen unter Luft- und Lichtabschluss in Biogasanlagen vergoren. Verwendet werden als Ausgangsstoffe Klärschlamm und verschiedene biologisch verwertbare Abfälle organischen Ursprungs, also Grüngut und Speisereste, wie sie im Haushalt anfallen.

Im ersten Schritt entsteht zunächst Rohbiogas, das sich vor allem aus Methan und Kohlendioxid zusammensetzt. Weitere Bestandteile sind Stickstoff, Sauerstoff und Schwefelwasserstoff. Dieses Rohbiogas wird auf Erdgasqualität aufbereitet und in das bestehende Erdgasnetz eingespeist. Dazu wird es von Kohlendioxid und Schwefelwasserstoff gereinigt und der Methangehalt auf 98 Prozent gesteigert. Das so veredelte Biogas, auch als Biomethan bezeichnet, muss vor der Einspeisung in das Erdgasnetz nur noch auf den entsprechenden Betriebsdruck verdichtet werden.

ErdgasversorgunginderSchweiz
Wie hoch ist der Absatz von Erdgas in Bern und in der Schweiz? Welchen Marktanteil hat Erdgas bezogen auf den Wärmemarkt?

In der Region Bern betrug der Gasabsatz in den letzten Jahren mehr als 1 Mrd. kWh, was einer Heizleistung von etwa 110 Mio. Liter Heizöl entspricht. Der Absatz von Erdgas in der ganzen Schweiz beläuft sich auf ca. 38 Mrd. Kilowattstunden (kWh) pro Jahr. Dies entspricht etwa der Heizleistung von 3,8 Mrd. Liter konventionellem Heizöl.

Bezogen auf den Wärmemarkt ergibt das einen Anteil von ca. 25 Prozent. Der Erdgas-Anteil am gesamten Energieabsatz in der Schweiz beträgt rund 12 Prozent.

Woher kommt unser Erdgas hauptsächlich?

Das in der Schweiz verteilte Erdgas wurde in den letzten Jahren aus folgenden Ländern importiert:

- ca. 52 % aus Deutschland

- ca. 23 % aus den Niederlanden

- ca. 10 % aus Frankreich

- ca. 9 % aus Russland (indirekt gemäss Vertrag mit Deutschland)

- ca. 6 % aus Italien

Wo kauft Energie Wasser Bern das Erdgas ein?

Mehrere städtische Versorgungsunternehmen haben vor einigen Jahren den Gasverbund Mittelland (GVM) gegründet. Diese Non-Profit-Organisation hat die Aufgabe, für alle Partnerunternehmen gemeinsam Erdgas einzukaufen. Durch die grössere Einkaufsmenge können wesentlich bessere Preise erzielt werden. Die Mitarbeitenden des GVM haben das entsprechende Fachwissen und eine jahrelange Erfahrung. Es wäre daher nicht sinnvoll, wenn alle Versorgungsunternehmen selber Verträge aushandeln würden.

Wie lange gibt es noch Erdgas?

Gemessen am heutigen Verbrauch reichen die durch Bohrungen nachgewiesenen Erdgasvorräte noch etwa bis ins Jahr 2065. Zählt man die geschätzten, zusätzlich gewinnbaren Ressourcen dazu, reichen die Vorräte nach heutigen Erkenntnissen bis ins Jahr 2130. Die grössten Erdgasvorräte der Welt befinden sich auf dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion. Dort lagert knapp die Hälfte der weltweiten Ressourcen.

VersorgunginderRegionBern
Wird der Grundpreis in der Region Bern auch erhöht?

Nein, er ist seit mehreren Jahren konstant.

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Warum erhebt Energie Wasser Bern bei einigen Gemeinden einen Regions- oder Aussengemeindezuschlag?

Der Gemeindezuschlag wird von Energie Wasser Bern im Auftrag der Gemeinden erhoben. Die Anzahl Kunden und damit die so genannte Anschlussdichte in den Regionsgemeinden ist in der Regel geringer als in der Stadt Bern. Um die daraus entstehenden Mehrkosten zu decken und ein ausgeglichenes Rechnungsresultat zu erhalten, wird der Zuschlag erhoben. Die Erdgasnetze könnten sonst nicht überall rentabel betrieben werden.

Wo muss ich mich melden, wenn ich mich über Erdgas beraten lassen möchte?

Die Mitarbeiterinnen im Kundencenter vermitteln Sie gerne an unsere kompetenten Fachleute.

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Wo bekomme ich Auskünfte, ob ein neuer Erdgasanschluss möglich ist?

Informieren Sie sich ganz einfach telefonisch. Unsere Telefonistinnen verbinden Sie mit einem Kundenberater.

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KochenmitErdgas
Ich kann den Gasbackofen nicht gut anzünden, muss lange auf den Schaltknopf drücken. Was mache ich falsch?

Wenn der Schaltknopf zu wenig eingedrückt und zu wenig lange gewartet wird, kann der Gasdurchfluss nicht freigegeben werden. Es ist deshalb wichtig, dass der Schaltknopf bis zum Anschlag eingedrückt wird. Zählen Sie langsam auf 5.

Warum wird der Kuchen im Gasbackofen immer auf der hinteren Seite schwarz und vorne bleibt er «bleich»?

Beim Gasbackofen ist es wichtig, dass nur Originalkuchenbleche verwendet werden und die Bleche bis zum Anschlag in den Ofen geschoben werden. Runde Kuchenbleche müssen immer auf ein normales Blech und nicht etwa auf ein Gitter gelegt werden.

Dürfen wir den Gasherd selber auswechseln?

Die Sicherheit liegt der Gasindustrie am Herzen. Aus diesem Grund dürfen an Erdgas führenden Leitungen und Apparaten nur Fachleute arbeiten. Fragen Sie für einen Wechsel des Apparates Ihren konzessionierten Installateur oder uns.

Fragen und Hilfe bei Störungen

Sind die Abgase des Gasherdes nicht schädlich?

Bei jeder Verbrennung entstehen Abgase, so auch beim Gasherd. Das CO2, welches bei der Verbrennung entsteht, wird meistens durch einen Dampfabzug oder durch die natürliche Belüftung abgeführt. Zudem ist der Gasherd im Allgemeinen nicht länger als 1 Stunde pro Tag in Betrieb.

Fragen und Hilfe bei Störungen

Wie oft muss ein Erdgasgerät kontrolliert werden?

Diese Frage kann nicht generell beantwortet werden. Heizungen werden von der Feuerungskontrolle alle 2 Jahre überprüft. Sollten zu diesem Zeitpunkt die Abgaswerte nicht mehr den Vorschriften entsprechen, muss ein Geräte-Service durchgeführt werden.

Für so genannte Badeöfen, in der Fachsprache Durchlauf-Wassererwärmer genannt, ist es ratsam, bei regelmässigem Betrieb mindestens alle 2 Jahre einen Fachmann beizuziehen. Wenn mehrmals die gleichen Störungen auftreten, sollte dies schon früher geschehen. Neuere Apparate besitzen einen Fühler beim Zugunterbrecher, der die Abschaltung der Gaszufuhr bewirkt, wenn die Abgase nicht mehr korrekt abziehen.

Fragen und Hilfe bei Störungen

HeizenmitErdgas
Wie oft kommt der Kaminfeger, um den Erdgaskessel zu reinigen?

Atmosphärische Erdgasheizkessel benötigen keinen Kaminfeger mehr. Dazu gehören alle Arten von Zimmeröfen und Zentralheizungen, die kein Gebläse für die Verbrennung benötigen. Auch bei Kondensations-Erdgasheizkesseln mit Gebläseunterstützung zum Abtransport der Abgase ist dies der Fall. Solche Geräte werden durch die Feuerungskontrolle erfasst. Der Kaminfeger hat das Recht, die Abgasführung durch Rauchrohr und Kamin zu kontrollieren.

Wie setzt sich der Akontobetrag auf den Teilrechnungen zusammen?

Der Akonto-/Teilrechnungsbetrag wird grundsätzlich automatisch berechnet. Er basiert jeweils auf dem entsprechenden Schlussrechnungsbetrag der Vorjahresperiode.

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GenerelleInformationenzuErdgas
Wie sicher ist Erdgas?

Unsere Bautenkontrolle überprüft periodisch sämtliche Hausinstallationen und Apparate auf freiwilliger Basis. Eine spezielle Equipe der Rohrnetzabteilung untersucht das Leitungsnetz auf eventuelle Undichtigkeiten. Obwohl ein Austritt von Erdgas nie ganz ausgeschlossen werden kann, ist somit ein hoher Sicherheitsstandard gewährleistet.

Im Gegensatz zu anderen Gasen ist Erdgas leichter als Luft und kann sich verflüchtigen. Die Explosionsgrenze liegt bei einer Sättigung zwischen 5–15 %. Ausserhalb dieser Grenze ist entweder zu wenig Sauerstoff oder zu viel Gas für eine Explosion vorhanden.

Vor Inbetriebnahme einer Gasinstallation werden die Leitungen abgepresst und erst durch unsere Installationskontrolle freigegeben, wenn die Sicherheitsbestimmungen eingehalten werden. Flüssiggase wie Propan und Butan, die etwa im Campingbereich verwendet werden, sind im Gegensatz zu Erdgas schwerer als Luft und stellen ein höheres Sicherheitsrisiko dar, weil in der Regel auch keine Überprüfung der Installationen durch Fachleute erfolgt.

Was ist eigentlich der Brennwert und der Umrechnungsfaktor?

Der Brennwert benennt den Wärmeinhalt von einem Kubikmeter Erdgas an der Übergabestelle, also beispielsweise der Zähler in Ihrem Haus oder Ihrer Wohnung.

Für den Umrechnungsfaktor werden zusätzlich der relevante Erdgasdruck in der Hausinstallation, die durchschnittliche Erdgastemperatur und der barometrische Druck mitberücksichtigt. Diese Einflussfaktoren ergeben einen Umrechnungsfaktor von zurzeit 10.295 kWh/m³.

Auf Ihrer Rechnung ist der Umrechnungsfaktor unter dem Begriff „Faktor“ aufgeführt.

Beispiel:

Um die verbrauchten kWh zu berechnen, wird der Unterschied aus den Zählerablesungen gebildet („Stand neu“ minus „Stand alt“) und mit dem Umrechnungsfaktor ("Faktor") multipliziert.

Zählerablesungen:

Stand alt 

3‘600

Stand neu

3‘750

= Differenz Zähler

150

x Faktor

10.295

= Menge in kWh

1'544

 

Eine Anpassung des Umrechnungsfaktors wird dann vorgenommen, wenn sich die Zusammensetzung des Erdgases und damit der Brennwert ändern. Der Wert kann sich ändern, weil Erdgas ein Naturprodukt ist und der Methangehalt folglich schwankt. Der Methananteil ist entscheidend für den Brennwert. Darum wird er kontinuierlich überwacht. Im laufenden Jahr gilt der aus den Messwerten des Vorjahres ermittelte Wert.